Jean-Claude Trichet erhält den Karlspreis

Der Präsident der Europäischen Zentralbank erhält den renommierten Karlspreis. Der französische Finanzexperte wurde für seine Bemühungen um eine stabile Finanzpolitik ausgezeichnet.

Seit 2003 Präsident der EZB: Jean-Claude Trichet.

Seit 2003 Präsident der EZB: Jean-Claude Trichet. Bild: Keystone

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Der Karlspreis 2011 geht an den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet. Das teilte das Karlspreis-Direktorium am Samstag in Aachen mit. Trichet werde als Verteidiger des stabilen Euros ausgezeichnet.

Trichet ist seit 2003 Präsident der EZB in Frankfurt. Der oberste Euro-Hüter gilt als krisenerfahren, der Kurs seiner Geldpolitik als umsichtig.

Der Euro sei eine «Erfolgsgeschichte»

Die Verleihung setze, «das Signal, die Europäische Währungsunion und einen stabilen Euro existenziell zu sichern», begründete das Karlspreis-Direktorium die Auszeichnung. Im Ergebnis sei der Euro eine Erfolgsgeschichte. Die Auswirkungen der Finanzkrise wären ohne Währungsunion und ohne die Europäische Zentralbank weit dramatischer gewesen.

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp betonte, Trichet habe seit dem Beginn seiner Präsidentschaft in der Europäischen Zentralbank bewiesen, dass er für Stabilität stehe. Das mache ihn zu der zentralen Figur in der europäischen Währungspolitik. «In einer Zeit der unsicheren Staatsfinanzen ist die Rolle der EZB umso wichtiger», sagte Philipp.

Sieger im Jahr 2002: Der Euro

Bereits 2002 war der Euro selbst als Karlspreisträger ausgezeichnet worden - den Preis hatte der damalige EZB-Präsident Wim Duisenberg in Empfang genommen. Damals wurde die europäische Einheitswährung als «epochemachender Beitrag» zum Zusammenwachsen der Völker in Europa gewürdigt.

Karlspreis-Träger im vergangenen Jahr war der polnische Ministerpräsident Donald Tusk. Der Karlspreis gilt als eine der renommiertesten politischen Auszeichnungen in Europa. (mrs/sda)

Erstellt: 04.12.2010, 19:22 Uhr

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