Liechtensteiner Finanzplatz legt wieder zu

Nach Bremsspuren in den vergangenen Jahren ziehen die Banken in Vaduz wieder neue Kundengelder an.

10 Milliarden Franken neue Kundengelder und fast 100 Millionen Franken Gewinn: Sitz der fürstlichen LGT in Vaduz.

10 Milliarden Franken neue Kundengelder und fast 100 Millionen Franken Gewinn: Sitz der fürstlichen LGT in Vaduz. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

184 Milliarden Franken verwalteten die Liechtensteiner Banken Ende des vergangenen Jahres. Das sind 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Dazu beigetragen hätten die gute Entwicklung der Aktienmärkte, Währungseinflüsse und Neugeldzuflüsse, wie die Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht (FMA) am Montag in Vaduz bekannt gab.

An neuem Geld flossen 13,2 Milliarden Franken nach Liechtenstein, der Nettozufluss vom letzten Jahr wurde damit praktisch verdoppelt. Bemerkenswert schloss das letzte Jahr vor allem die fürstliche LGT Group ab. Die Bank des Fürstenhauses verzeichnete 10 Milliarden Franken an neuen Kundengeldern.

Auch Gewinne im Aufwind

Der Gesamtgewinn aus der operativen Tätigkeit im letzten Jahr kletterte bei den Banken von 122 auf 388 Millionen Franken. Den grössten Anteil daran hatte wieder die fürstliche LGT mit über 200 Millionen Franken Überschuss.

Erholt hat sich die Liechtensteinische Landesbank, die fast 100 Millionen Franken Gewinn auswies. Das Jahr davor, 2011, war allerdings ein hartes: Die Gewinne der Geldhäuser waren um über 60 Prozent eingebrochen.

Zuverlässiges Finanzsystem

In der Beurteilung der Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht sind im Fürstentum im vergangenen Jahr in einzelnen Sektoren «ansprechende Resultate erzielt worden». Das Finanzsystem habe sich in einem anspruchsvollen Umfeld als sehr zuverlässig erwiesen. Auch während der Finanzkrise habe es die hohe Stabilität bewahrt und den Kunden Sicherheit geboten.

Der Finanzplatz steht laut FMA jedoch vor grossen Herausforderungen. Er befinde sich in einer Phase der Neuausrichtung, welche die Erschliessung neuer Geschäftsfelder erfordere. Die Ertrags- und Wachstumsaussichten seien im herrschenden Marktumfeld gedämpft.

Stabilitätsrisiken sieht die FMA in der ungünstigen europäischen Wirtschaftsentwicklung und der damit einhergehenden gravierenden Staatsverschuldung verschiedener Länder. Die FMA ist die unabhängige Finanzaufsichtsbehörde Liechtensteins, die den Finanzplatz überwacht. In der Schweiz nimmt diese Aufgaben die Finma (Eidg. Finanzmarktaufsicht) wahr. (sda)

Erstellt: 06.05.2013, 12:51 Uhr

Artikel zum Thema

«Der schmutzige Finanzplatz dürfte nachhaltig geschädigt sein»

Interview Die Euroländer retten Zypern mit 10 Milliarden Euro. Neu werden auch Bankkunden zur Kasse gebeten. Für Ökonom Maurice Pedergnana ist das ein Fortschritt. Er erklärt die möglichen Auswirkungen. Mehr...

Der dritte Finanzplatz lässt Federn

Die Zukunft der Bankenbranche im Tessin hängt stark vom Steuerabkommen mit Italien ab. Mehr...

«Die Finanzbranche nicht überregulieren»

Interview Versicherungen werden für den Finanzplatz Zürich immer wichtiger, heisst es in einer neuen Studie. Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker zum Arbeitsplatzabbau bei den Banken und den Pluspunkten Zürichs. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Von Kopf bis Fuss Fleisch oder Nicht-Fleisch – das ist hier die Frage

Geldblog Postfinance: Kein doppelter Einlagenschutz

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Nacktbaden: TeilnehmerInnen des Dark Mofo Sommersonnenwenden Nackschwimmens stürzen sich in den Fluss Derwent im australischen Hobart. (22.Juni 2018)
(Bild: Rob Blakers/EPA) Mehr...