Managerlöhne steigen weiter

Die Minder-Initiative zeigt noch keine Auswirkungen auf die Topsaläre.

Der Trend bei den kleinen und mittelgrossen börsenkotierten Unternehmen geht in Richtung kurzfristige und langfristige Leistungsprämien. Themenbild: AP

Der Trend bei den kleinen und mittelgrossen börsenkotierten Unternehmen geht in Richtung kurzfristige und langfristige Leistungsprämien. Themenbild: AP

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11 Millionen Franken trennen Magdalena Martullo-Blocher von Joseph Jimenez. So hoch war die Gehaltsschere 2014 zwischen der Chefin von Ems Chemie und dem Konzernchef von Novartis. Das zeigt eine Zusammenstellung der auf Vergütungsfragen spezialisierten HKP Group. Jimenez’ Salär von 12,26 Millionen Franken besteht zu 84 Prozent aus einer variab­len Vergütung. Noch krasser sieht das Verhältnis bei Alexander Friedman aus, der seit September den Vermögensverwalter GAM leitet. Von seinem Gehalt von knapp 9 Millionen Franken sind 93 Prozent leistungsabhängig.

Der Trend bei den von HKP erfassten SMI-Titeln und den im SMIM erfassten kleinen und mittelgrossen börsenkotierten Unternehmen geht in Richtung kurzfristige und langfristige Leistungsprämien. Hat sich die 2013 angenommene Minder-Initiative in den Gehältern von 2014 bereits niedergeschlagen? Laut HKP ist die gestiegene Transparenz bei den Vergütungsberichten ein erstes Zeichen für das Wirken der Verordnung gegen übermässige Vergütungen (VegüV). Es ist bisher das einzige geblieben. Wer glaubte, dass die Initiative eine bremsende Wirkung bei der Gehälterentwicklung haben werde, wird enttäuscht werden. Zwischen 2013 und 2014 ist das durchschnittliche Topsalär um 17 Prozent gestiegen.

Definitionswirrwarr

Transparenz heisst auch nicht in jedem Fall, dass der Aktionär jetzt den Durchblick hätte. Im Gegenteil: Die Unternehmen definieren die verschiedenen Vergütungsarten unterschiedlich. Oft ist überdies nicht klar, ob unter mehrjähriger variabler Vergütung nur die Zuteilung dieses Gehaltsbestandteils gemeint ist oder ob auch früher zugeteilte Vergütungen hineinverpackt wurden.

Zwar verbietet die VegüV Antritts- und Abgangszahlungen. Hingegen dürfen Unternehmen ihren neuen Chef mit ­Aktien- oder Optionszuteilungen entschädigen, die beim alten Arbeitgeber durch den Stellenwechsel verloren gingen. Davon wird in steigendem Mass Gebrauch gemacht. GAM-Chef Friedman erhielt einen Barbonus von 6 Millionen, und Bernard Fornas, Co-Chef von Richemont, wurden 4,75 Millionen Franken zu seinem Salär von knapp 9 Millionen hinzugefügt. Finanzchef George Quinn erhielt bei seinem Stellenantritt bei der Zurich-Gruppe 5 Millionen Franken zusätzlich als Abgeltung für einen Langfristplan bei seinem früheren Arbeitgeber Swiss Re.

Erstellt: 24.03.2015, 20:51 Uhr

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