Noch nie waren so viele Menschen in der EU arbeitslos

Im März 2012 knackte die Arbeitslosenquote in der Eurozone erstmals die 11-Prozent-Marke. Im Mai nun hat die Zahl der Menschen ohne Job für die gesamte EU einen neuen Rekordwert erreicht.

Keine Besserung in Sicht: Arbeitslosenquote in Europa.


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Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone hat einen neuen Höchststand erreicht. Im Mai lag die Arbeitslosenquote in den 17 Euroländern bei 11,1 Prozent, wie die EU-Statistikbehörde heute Montag mitteilte.

Die Quote hatte im März erstmals seit der Gründung der Eurozone die Marke von 11,0 Prozent erreicht und war im April darauf verharrt. Seit 13 Monaten in Folge liegt die Arbeitslosenquote bei oder über der Schwelle von 10,0 Prozent.

Auch EU knackt Rekordmarke

Den Statistikern zufolge waren im Mai 17,5 Millionen Männer und Frauen in der Eurozone ohne Arbeit, 88'000 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Mai 2011 stieg die Arbeitslosenzahl um 1,82 Millionen.

Auch in der gesamten Europäischen Union erreichte die Arbeitslosenquote im Mai mit 10,3 Prozent eine neue Rekordmarke. Insgesamt waren 24,8 Millionen Menschen in der EU arbeitslos. Für den Vormonat April korrigierte Eurostat die Quote von 10,3 auf 10,2 Prozent.

Spanien hat am meisten, Österreich am wenigsten

Am höchsten war die Arbeitslosigkeit in Spanien im Mai mit einer Quote von 24,6 Prozent. In der Gruppe der unter 25-Jährigen hat dort bei einer Quote von 52,1 Prozent sogar mehr als jeder Zweite keine Arbeit. Die zweithöchste Arbeitslosenquote hat Griechenland, die im März – das sind die aktuellsten verfügbaren Daten – bei 21,9 Prozent lag. Ein Jahr zuvor hatte sie bei 15,7 Prozent gelegen.

Die Länder mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit sind laut Eurostat Österreich (4,1 Prozent), die Niederlande (5,1 Prozent), Luxemburg (5,4 Prozent) und Deutschland mit 5,6 Prozent. (fko/AFP)

Erstellt: 02.07.2012, 13:27 Uhr

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