Preis eines Superrohstoffes explodiert

Heilig’s Blechle: Der Preis von Wolfram stieg innerhalb von zwei Monaten um 50 Prozent. Das Metall ist für die westliche Wirtschaft extrem wichtig – wird aber von China kontrolliert.

Rekord-Metall: Arbeiterinnen in einer Wolfram-Fabrik im chinesischen Zhongshan.

Rekord-Metall: Arbeiterinnen in einer Wolfram-Fabrik im chinesischen Zhongshan. Bild: Reuters

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Was haben Glühbirnen, Schaufeln eines Düsentriebwerks, Fernsehgeräte, Spezialwerkzeuge der Autoindustrie, Spitzen von Profi-Dartpfeilen und Interkontinentalraketen gemeinsam? Sie alle enthalten meist Wolfram. Denn das weissglänzende Metall ist zweifacher Rekordhalter. Zum einen ist es hitzebeständiger als alle anderen Metalle und schmilzt erst bei 3410 Grad Celsius. Zum anderen ist es so hart wie kein anderes Metall.

Kein Wunder ist Wolfram in der Wirtschaft heiss begehrt. Die Europäische Union zählt es zu den zwanzig «kritischen Rohstoffen». Das sind Materialien, die für die europäische Volkswirtschaft und die Gesellschaft unabdingbar sind. Brüssel hat sich deshalb zur Aufgabe gestellt, den Zugang zu diesen Rohstoffen zu sichern. Doch das ist nicht ganz so einfach. Denn Wolfram hat einen grossen Nachteil: China kontrolliert den Weltmarkt.

Peking macht Ernst

Mehr als 70 Prozent der jährlichen Produktion des Metalls stammen aus der Volksrepublik, rund 80 Prozent der globalen Reserven liegen dort. Deshalb hat es grosse Auswirkungen, was in der chinesischen Wolfram-Industrie passiert. Das zeigt sich auch jetzt gerade wieder. Seit Juli ist der Preis des Metalls um 50 Prozent gestiegen, nachdem er zuvor über zwei Jahre mehr oder weniger an Ort getreten war. Die Investoren fürchten, dass China die Produktion beschränken könnte.

In der Tat versucht Peking seit längerem, den Ausstoss zu kontrollieren. Im Juni hat die chinesische Regierung ein Dekret verabschiedet, das Firmen befiehlt, sich exakt an die ihnen zugeteilten Quoten zu halten. Bisher wurden diese regelmässig überschritten – teilweise um bis zu 50 Prozent. Das wird nun nicht mehr toleriert. Mit entsprechenden Folgen für den Preis.

Auch Österreich mischt mit

Für die EU gibt es ein kleines Trostpflaster. Auch in Europa gibt es Wolfram. Spanien, das Vereinigte Königreich und Österreich besitzen Reserven des seltenen Metalls. Allerdings sind sie im Vergleich zu den chinesischen Vorräten bescheiden. Zusammen kommen sie auf so grosse Reserven wie das drittplatzierte Vietnam.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.09.2017, 17:29 Uhr

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