Nationalbank verteilt eine Milliarde an Kantone

Die Schweizerische Nationalbank rechnet für das Jahr 2012 mit einem Gewinn von 6 Milliarden Franken. 2011 hatte die SNB noch 13,5 Milliarden Franken eingefahren.

2012 war kein schlechtes Jahr: Der Haupteingang der Schweizerischen Nationalbank in Bern.

2012 war kein schlechtes Jahr: Der Haupteingang der Schweizerischen Nationalbank in Bern. Bild: Keystone

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Die Fremdwährungspositionen haben 4,7 Milliarden Franken zum erwarteten Jahresgewinn 2012 von 6 Milliarden Franken beigetragen, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) mitteilt. Hinzu kommt ein Bewertungsgewinn aus den Goldreserven von 1,4 Milliarden Franken wegen des gestiegenen Goldpreises. Die SNB wird 3,6 Milliarden Franken dieses Stammhausgewinns den gesetzlich vorgesehenen Rückstellungen für Währungsreserven zuteilen.

Der Rest des Gewinns geht in die Ausschüttungsreserven. Diese steigen damit nach SNB-Angaben auf 5,3 Milliarden Franken. Nach einem Rekordverlust 2010 von rund 19 Milliarden Franken waren diese Reserven vorübergehend auf minus 5 Milliarden Franken gesunken.

An Bund und Kantone schüttet die Notenbank vereinbarungsgemäss 1 Milliarden Franken aus. Diesen Betrag hatte die SNB bereits für 2011 abgeliefert. In den Vorjahren flossen mit 2,5 Milliarden Franken allerdings deutlich höhere Beträge in die öffentlichen Kassen. Zwei Drittel der Ausschüttung gehen an die Kantone, ein Drittel an den Bund.

Ausschüttungsreserven füllen sich

Die Ausschüttung an Bund und Kantone richtet sich nach der Vereinbarung, welche die SNB und das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) im November 2011 für die Jahre 2011 bis 2015 abgeschlossen hatten. Damals hatte die SNB wegen ihrer Verluste befürchtet, überhaupt keine Ausschüttung leisten zu können.

Christian Wanner, Solothurner Regierungsrat und Präsident der Konferenz der kantonalen Finanzdirektoren, bezeichnete die Ausschüttung an Bund und Kantone als völlig korrekt. Gegenüber der Nachrichtenagentur erklärte er, nach dem hohen SNB-Gewinn von fast 17 Milliarden Franken in den ersten neun Monaten 2012 seien zwar Forderungen nach höheren Beiträgen an die Ausschüttungsreserven laut geworden. Mit dem nun vorgelegten Resultat sei das vom Tisch.

Diese Forderung nach energischerer Bestückung des Ausschüttungstopfes ist leicht erklärt. Erreichen die Ausschüttungsreserven mehr als 10 Milliarden Franken muss die SNB die Ausschüttung an Bund und Kantone erhöhen.

Dass die SNB mit dem Gewinn auch die Rückstellungen für die Währungsreserven alimentiert, leuchtet Wanner ebenfalls ein. Die Gewinnzuteilung sei Sache des Bankrats und dessen Entscheid sei ebenfalls korrekt.

Definitive Resultate im März

Das Ergebnis des ganzen Konzerns wird 2012 dank des Gewinnbeitrags des Stabilisierungsfonds für die Grossbank UBS höher ausfallen, teilte die Notenbank am Donnerstag weiter mit. Sie legt den ausführlichen Jahresabschluss mit den definitiven Zahlen der Konzernrechnung und des Fonds am 7. März vor. Der Geschäftsbericht folgt am 4. April.

Per Ende Dezember hatte die SNB nach provisorischen Zahlen Devisenreserven von 427,2 Milliarden Franken in ihren Tresoren. Das waren 200 Millionen weniger als im November. Damit sanken ihre Devisenreserven seit Oktober nach acht Monaten drastischen Anstiegs.

2011 hatte die Nationalbank einen Gewinn von 13,5 Milliarden Franken eingefahren. Ihre Intervention gegen die Frankenstärke hatte sich damit ausbezahlt. (bru/sda)

Erstellt: 17.01.2013, 07:29 Uhr

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