Schweiz Tourismus buhlt um die Deutschen

Das schlechte Wetter belastet das angeschlagene Tourismusgeschäft in der Schweiz derzeit zusätzlich. Dennoch ist sich Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, sicher: Im Sommer kommt die Trendwende.

Geht von einem «sanften Turnaround» aus: Direktor von Schweiz Tourismus, Jürg Schmid, während einer Pressekonferenz.

Geht von einem «sanften Turnaround» aus: Direktor von Schweiz Tourismus, Jürg Schmid, während einer Pressekonferenz. Bild: Keystone

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Trotz des seit Monaten garstigen Wetters zeigt sich der Direktor von Schweiz Tourismus optimistisch. Jürg Schmid rechnet für diesen Sommer mit einer Trendwende und hofft auf mehr Übernachtungen. Er gehe von einem «sanften Turnaround» aus: «Zwischen 0 und plus 2 Prozent im Vergleich zum vorherigen Sommer ist realistisch», sagte Schmid in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Das Forschungsinstitut BAK Basel prognostizierte kürzlich ein Plus von 0,7 Prozent.

Schmid stützt sich auf «erste vorsichtige Signale der Reiseveranstalter, dass die Gästezahlen aus Deutschland und Grossbritannien sanft ansteigen könnten». Dank des Euromindestkurses und der Teuerung in Deutschland habe es bei den Preisen eine Annäherung gegeben.

Zudem seien die Schweizer Preise in den letzten Jahren im Schnitt durch Kombiangebote und Inklusivleistungen um 10 Prozent gefallen. Dennoch bleibe die Schweiz ein hochpreisiges Land, das angesichts der Schnäppchenkultur in Deutschland mit «Erlebnisqualität» punkten müsse, erklärte Schmid.

Deutschen Markt zurückerobern

Schweiz Tourismus plane für 2014 und 2015 eine zweijährige Kampagne unter dem Motto «Grüezi Deutschland», kündigte der Verbandsdirektor an. «Wir werden den deutschen Markt zurückerobern.»

Vom Einbruch der Gästezahlen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern im Zuge der Finanz- und Frankenkrise werde sich der Schweizer Tourismus aber frühestens in fünf Jahren komplett erholt haben. Im Visier bleiben daher auch aufstrebende Märkte wie Indonesien oder Südamerika.

Tessin leidet extrem

Derzeit belastet zusätzlich das schlechte Wetter das Tourismusgeschäft. Das Tessin, das Hauptsaison hat, leide extrem, sagte Schmid. Der Winter habe der Schweiz viel Schnee, aber wenig Sonne gebracht, zudem herrschte auch über Auffahrt und Pfingsten schlechtes Wetter.

«Dennoch glaube ich, dass wir die Logiernächte im Frühling in etwa gehalten haben», sagte Schmid. Und er prognostizierte: «Jetzt hat der Regen ein Ende, auf uns wartet ein Traumsommer!» (kpn/sda)

Erstellt: 26.05.2013, 11:45 Uhr

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