Schweiz wird Ruf als sichersten Hafen verlieren

Noch ist die Schweiz der weltweit attraktivste Ort für Geldgeschäfte. Spätestens in zwei Jahren wird sie gemäss einer PWC-Studie jedoch den Spitzenplatz einbüssen.

Die Schwellenmärkte stellen die Banken vor neue Herausforderungen: Der Zürcher Paradeplatz mit den Hauptsitzen der UBS und der Credit Suisse. (Archivbild)

Die Schwellenmärkte stellen die Banken vor neue Herausforderungen: Der Zürcher Paradeplatz mit den Hauptsitzen der UBS und der Credit Suisse. (Archivbild) Bild: Keystone

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Das Wachstum der Schwellenländer und die Probleme Europas beeinflussen auch die Stellung des Schweizer Finanzplatzes. Noch führt er die Rangliste der attraktivsten Orte für Geldgeschäfte an, doch Singapur folgt auf dem Fuss. Die Bedeutung der Risiken für die Banken ändert sich.

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) setzt die Schweiz in einer heute vorgestellten Studie vor Singapur, London, Hongkong und New York. Aus Schweizer Sicht ist diese Reihenfolge aber spätestens in zwei Jahren auf den Kopf gestellt: Dann setzt sich der südostasiatische Stadtstaat Singapur an die Spitze.

Hohes Wachstum in den Schwellenmärkten

Trotz der Krise in Europa holt auch London auf, wie eine PWC-Umfrage zeigt. Die Musik spielt hingegen immer noch in Übersee, wenn auch nicht ganz ohne Misstöne: «Das hohe Wachstum, das in den letzten Jahren in den Schwellenmärkten beobachtet wurde, bleibt weiter auf relativ hohem Niveau, verlangsamt sich aber in einigen Regionen», sagt PWC-Bankenexperte Roman Berlinger.

Folgen hat das für die Schweizer Privatbanken laut PWC in jedem Fall. Die Vermögensverwalter, die ohnehin in einem sich rasch verändernden Umfeld stehen, müssen sich nach Einschätzung von PWC auf den Märkten positionieren und deren Potenzial richtig einschätzen. Bauen können sie immer noch auf den Ruf der Schweiz als sehr stabiles Land und als sicheren Hafen in den Krisen der Welt.

Anspruchsvollere Kunden

Der Bericht «Global Private Banking and Wealth Management Survey 2013» von PWC listet nicht nur das Wirtschaftsumfeld, sondern auch die Regulierung und neue Technologien als Herausforderung auf. Auch die Bedürfnisse der mobilen, mit dem Internet aufgewachsenen «Generation Y» beschäftigten die Banken immer mehr, heisst es.

Diese Kundengruppe, die zwischen 1980 und 2000 geboren ist, gute Ausbildungen genossen hat und selbstbewusst auftritt, wird höhere Bedürfnisse an die Kundenbetreuung stellen. Dies fordere vor allem die Berater der Banken.

Auch weibliche Kunden dürften laut Roman Berlinger immer anspruchsvoller werden. Ein Drittel der Kunden der Privatbanken seien Frauen, die mit eigenem Einkommen oder durch Scheidung und Erbschaft teils über beträchtliche Vermögen verfügen. Nur acht Prozent der Banken richten laut PWC ihre Beratung aber geschlechterspezifisch aus.

Regulierung ist teuer

Als wichtigstes Thema im Risikomanagement ortete PWC in früheren Umfragen den Ruf der Banken. Mittlerweile ist dieser Punkt der Frage nach Regulierungen und der Gesetzeslage gewichen. Neben der Regulierung ist der automatische Informationsaustausch für die Banken rasch zum unumgänglichen Thema geworden.

Platz zwei der Risiken sind der Produkteignungstest für Kunden, den die Banken einführen müssen. Grund ist ein stärkerer Konsumentenschutz. Die Kosten für die Regulierung insgesamt dürften wegen der Ausbildung der Mitarbeiter und Investitionen in Systeme laut Umfrage von fünf auf acht Prozent des jährlichen Umsatzes steigen. (rbi/sda)

Erstellt: 04.07.2013, 21:23 Uhr

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