Schweizer sind reicher geworden

Was die Vermögen weltweit in die Höhe treibt und wer davon profitiert.

Die Zahl der Reichen ist gestiegen: Besucher des Snow Polo Welt Cup in St. Moritz. (Archivbild)

Die Zahl der Reichen ist gestiegen: Besucher des Snow Polo Welt Cup in St. Moritz. (Archivbild) Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone

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Nirgendwo auf der Welt haben die Menschen so viel Geld wie in der Schweiz. Im Schnitt hat jeder Schweizer Erwachsene ein Vermögen von 537'000 Dollar – inklusive Aktien, Pensionskassen, Immobilien und Autos. Damit hat sich das Vermögen seit der Jahrtausendwende um 130 Prozent erhöht. Das schreibt die Credit Suisse in ihrem Global Wealth Report.

Grund für den Anstieg ist vor allem die Aufwertung des Frankens gegenüber dem Dollar zwischen 2001 und 2013. In Franken gesehen stieg das Vermögen der privaten Schweizer Haushalte seit 2000 um mehr als ein Drittel. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von 1,8 Prozent. Zum Vergleich: Australien belegt beim Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem mit 402'600 Dollar Platz zwei, die USA mit 388'600 Dollar Rang drei.

Knapp jeder Zehnte ein Millionär

Auch beim mittleren Vermögen steht die Schweiz mit 229'000 Dollar pro Erwachsenem an der Spitze. Damit ist die Schweiz für 1,7 Prozent des obersten Prozents der weltweiten Vermögensbesitzer verantwortlich. Das sei für ein Land mit nur 0,1 Prozent der Weltbevölkerung «bemerkenswert», schreibt die Credit Suisse.

Auch bei der Anzahl Millionäre spielt die Schweiz im internationalen Vergleich vorne mit. Aktuell leben hierzulande 594'000 Millionäre. Damit belegt die Schweiz im internationalen Vergleich den 11. Rang. Die Credit Suisse schätzt, dass in der Schweiz 2780 Super-Reiche mit einem Vermögen von über 50 Millionen Dollar wohnen.

Alle privaten Haushalten sind reicher

Von Mitte 2016 bis Mitte 2017 haben gemäss dem am Dienstag publizierten Global Wealth Report die privaten Vermögen weltweit um 16,7 Billionen auf 280 Billionen Dollar zugenommen. Grund dafür sind einerseits die boomenden Aktienmärkte. Andererseits habe laut dem Bericht auch die steigenden Immobilienpreise für die Erhöhung der Vermögen gesorgt. Kräftig angestiegen sind diese jedoch nur in China (+6,3 Prozent), in Europa (+6,4 Prozent) und vor allem in Nord Amerika sowie in Indien (je +9,9 Prozent). In Afrika (+0,9 Prozent) und im Raum Asien-Pazifik (+0,7 Prozent) ohne China dagegen haben sich die Vermögen nur wenig erhöht.

Die Welt ist dabei nicht nur in absoluten Zahlen reicher geworden, sondern auch im Durchschnitt. So übertrifft der Vermögenszuwachs das Bevölkerungswachstum. In den letzten zwölf Monaten sind pro Erwachsenem die Vermögen um 4,9 Prozent auf 56'540 Dollar angestiegen.

Ungleichheit nimmt zu

Dabei sind vor allem die Reichen reicher geworden. Die Ungleichheit der globalen Vermögensverteilung hat im vergangenen Jahr wieder zugenommen. So sind in Afrika, Lateinamerika und im Raum Asien-Pazifik zwar die Durchschnittsvermögen angestiegen. Der Umfang der mittleren Vermögen dagegen hat sich weiter reduziert. Der Trend zu mehr Ungleichheit der gemäss den Prognosen der Credit Suisse für die Zeitperiode bis 2022 anhält.

Auch die Schweiz ist davon betroffen. Sie sei nämlich das einzige Land, in dem in den letzten hundert Jahren keine deutliche Reduktion der Ungleichheit stattgefunden habe, heisst es im Bericht. (ij/sda)

Erstellt: 14.11.2017, 10:22 Uhr

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