Spanische Bauern machen pro Woche 200 Millionen Verluste?

Die Ehec-Warnung hat Spaniens Landwirtschaft stark zugesetzt. Die Verluste werden auf 200 Millionen Euro pro Woche geschätzt. Die spanische Regierung will nicht alleine dafür aufkommen.

In Spanien sind die Gurken tonnenweise auf dem Müll gelandet - weil es in Deutschland hiess, dass der Ehec-Erreger auf spanischen Salatgurken gefunden worden war. (Video: Reuters)
Video: Keystone

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Nach Umsatzeinbussen durch den angeblichen Fund des Darmkeims Ehec auf spanischen Gurken denkt die Regierung in Madrid weiter über Entschädigungsforderungen nach. Spanische Branchenkreise schätzen die Verluste auf 200 Millionen Euro pro Woche. Spanien werde zunächst den Schaden für die Landwirte beziffern und dann entscheiden, ob es möglich sei, «eine Entschädigung bei der EU-Kommission» zu beantragen, sagte Aussenministerin Trinidad Jiménez bei einem Besuch in Mexiko. Zunächst sei es aber am wichtigsten, die Quelle der Erkrankungen zu identifizieren.

Spanien schliesst zudem rechtliche Schritte gegen deutsche Behörden nicht aus, die im Zusammenhang mit der EHEC-Epidemie vor spanischem Gemüse gewarnt haben. Der stellvertretende Ministerpräsident Alfredo Perez Rubalcaba sagte in Madrid: «Wir schliessen nicht aus, Schritte gegen Hamburger Behörden einzuleiten, die die Qualität unserer Produkte infrage gestellt haben.»

Zuvor hatte bereits Landwirtschaftsministerin Rosa Aguilar Entschädigungen für spanische Landwirte gefordert und über das deutsche Krisenmanagement geschimpft. Gemüse aus Spanien bleibt derzeit in den Regalen liegen, nachdem in der vergangenen Woche spanische Salatgurken als eine Quelle des Ehec-Erregers identifiziert worden waren. Mittlerweile erklärten die Behörden allerdings, der dort entdeckte Ehec-Erreger sei offenbar nicht die Quelle für den beispiellosen Ausbruch an Infektionen mit dem Darmkeim.

(jak/sda)

Erstellt: 01.06.2011, 08:33 Uhr

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