Standard & Poor's stuft Japan herunter

Die Ratingagentur hat den Ausblick für die japanische Kreditwürdigkeit auf «negativ» gesenkt. Grund sind die immensen Kosten für den Wiederaufbau, die auf über 500 Milliarden Franken geschätzt werden.

Schwierige Aussichten: Japans Premierminister Naoto Kan.

Schwierige Aussichten: Japans Premierminister Naoto Kan. Bild: Keystone

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Hintergrund der Abstufung seien die Kosten, die zur Beseitigung der Schäden des Erdbebens mit Stärke 9,0 und dem Tsunami aufgebracht werden müssten. Dazu komme die bereits immense Staatsverschuldung. Die Schäden wegen des havarierten Atomkraftwerks Fukushima seien kaum abzusehen. Das Bonitätsrating von Japan liege jetzt bei AA-, teilte S&P mit. Wie es weitergehe, hänge vom Umgang der japanische Regierung mit der ausufernden Verschuldung ab.

Die Kosten für den Wiederaufbau nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan könnten nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's bei mehr als 500 Milliarden Franken liegen. «Wir gehen davon aus, dass die Kosten für den Wiederaufbau sich auf 20 bis 50 Billionen Yen (213 bis 530 Milliarden Franken) belaufen werden», hiess es am Mittwoch in einer Mitteilung der Agentur.

Im Mittel werde mit Wiederaufbaukosten von 320 Milliarden Franken gerechnet. Zugleich stufte die Agentur den Ausblick für Japan von stabil auf negativ herunter. Die Kreditwürdigkeit könne herabgestuft werden, wenn in den kommenden zwei Jahren keine Konsolidierung des Haushalts gelingen sollte. Die Katastrophe werde das mittelfristige Wachstumspotential Japans jedoch nicht beeinträchtigen, hiess es. (jak/sda)

Erstellt: 27.04.2011, 07:48 Uhr

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