Trotz US-Einwänden: China erhält Milliardenkredite von Weltbank

Die Kritik von US-Finanzminister Steven Mnuchin lief ins Leere: Der Volksrepublik wurden die Kredite zu günstigen Konditionen genehmigt.

Die nach den USA zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt sei für eine solche internationale Hilfe zu wohlhabend, kritisiert US-Finanzminister Steven Mnuchin. Foto: Evan Vucci (AP/Keystone)

Die nach den USA zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt sei für eine solche internationale Hilfe zu wohlhabend, kritisiert US-Finanzminister Steven Mnuchin. Foto: Evan Vucci (AP/Keystone)

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Bis Mitte 2025 soll die Volksrepublik China jährlich zwischen 1,0 und 1,5 Milliarden Dollar an Darlehen zu niedrigen Zinsen bekommen. Dies geht aus dem am Donnerstagabend (Ortszeit) in Washington verabschiedeten Fünfjahresplan hervor. Dieser sieht vor, dass die Kreditvergabe gegenüber dem bisherigen Fünfjahresschnitt von 1,8 Milliarden Dollar «allmählich» abgeschmolzen werden soll.

Die Regierung in Peking hatte um die Finanzierung gebeten. Der Weltbank zufolge sollen damit Markt- und Steuerreformen vorangetrieben, umweltfreundlicheres Wirtschaftswachstum gefördert und der Zugang der Bürger zu Gesundheits- und Sozialdiensten verbessert werden.

Kritik aus Washington

Mnuchin hat sich gegen die Förderung ausgesprochen. Die nach den USA zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt sei für eine solche internationale Hilfe zu wohlhabend, kritisierte er. China selbst vergebe Hunderte Milliarden an Krediten an andere Länder für den Aufbau der sogenannten neuen Seidenstrasse, die die Verbindungen zwischen der Volksrepublik und anderen Regionen der Welt verbessern soll.

US-Abgeordnete sehen das ähnlich. «Die Weltbank, die amerikanische Steuergelder verwendet, sollte keine Kredite an wohlhabende Länder vergeben, die die Menschenrechte ihrer Bürger verletzen und versuchen, schwächere Länder entweder militärisch oder wirtschaftlich zu dominieren», sagte der Vorsitzende des Finanzausschusses des Senats, Charles Grassley.

China hingegen verteidigt die Zusammenarbeit mit der Weltbank. Sie diene dazu, «Chinas Erfolge und Erfahrungen bei der Armutsbekämpfung mit anderen Entwicklungsländern zusammenzufassen und zu teilen», sagte Aussenamtssprecherin Hua Chunying. Die Volksrepublik weist zudem immer darauf hin, dass das Pro-Kopf-Einkommen im Land immer noch weit niedriger sei als in den Industriestaaten. (sep/sda)

Erstellt: 06.12.2019, 11:16 Uhr

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