UBS: Staatsschuld steigt wegen Rentenloch auf 1200 Milliarden

Die Grossbank hat nachgerechnet, wie es mit der AHV weitergeht, und kommt auf äusserst düstere Zahlen – japanische Verhältnisse quasi.

Wenn nur die AHV nicht plötzlich finanziell am Stock geht: Rentner am Spazieren.

Wenn nur die AHV nicht plötzlich finanziell am Stock geht: Rentner am Spazieren. Bild: Keystone

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Nach einer Studie der Grossbank UBS ist es um die Finanzierung der Altersvorsorge äusserst schlecht gestellt: Bei der AHV droht demnach eine Finanzierungslücke im Gegenwert von 173,4 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP).

Bereits ab dem Jahr 2019 würden die Einnahmen der AHV nicht mehr ausreichen, um die Ausgaben zu decken, heisst es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie.

Dies, weil das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentenbezügern immer ungünstiger werde: Statt wie aktuell fast vier Beitragszahler pro über 64-Jährigen werde es 2060 lediglich zwei Erwerbsfähige pro Rentnerin oder Rentner geben.

Die Finanzierungslücke berechnen die Studienautorinnen und -autoren, indem sie die zukünftigen Einnahmen den zukünftigen Ausgaben des Vorsorgewerks gegenüberstellen und dabei auch die AHV-Vermögensreserven miteinbeziehen.

Höhere Beiträge auch bei normalem Verlauf

Auch ohne Berücksichtigung der Finanzierungslücke muss ein heutiger Jugendlicher mehr für die AHV zahlen als seine Eltern oder Grosseltern: Wer 2010 geboren wurde, zahlt demnach pro Lebensjahr 920 Franken mehr für die AHV als ein Vertreter des Jahrgangs 1949.

Bei dieser Rechnung wird noch nicht berücksichtigt, dass der Bundesrat die AHV-Finanzen mit einer Mehrwertsteuererhöhung verbessern will – wird dieses Szenario miteinbezogen, würde die jüngere Person verhältnismässig noch mehr zahlen.

Die Ökonomen malen auch ein düsteres Bild für die berufliche Vorsorge sowie den Staatshaushalt: Allein bei den öffentlichen-rechtlichen Pensionskassen gebe es eine Unterdeckung von rund 50 Milliarden Franken – die Rentenversprechen sind also nicht vollständig finanziert.

Staatsverschuldung von 200 Prozent des BIP

Weil die Bevölkerung altert, steigen auch die Ausgaben von Bund, Kantonen und Gemeinden, unter anderem wegen zunehmenden Gesundheitskosten.

In der Studie wird die implizite Staatsschuld der Schweiz mit 167,4 Prozent des BIP angegeben. Diese Zahl umfasst alle Leistungsversprechen – beispielsweise für Krankenkassen und die AHV – die nicht durch Einnahmen gedeckt sind.

Wird nun diese implizite Staatsschuld mit der aktuellen Staatsverschuldung der Schweiz von 35,5 Prozent des BIP (im Jahr 2011) zusammengenommen, beläuft sich die eigentliche Staatsverschuldung der Schweiz gemäss der Studie auf 202,9 Prozent des BIP. Dies entspricht fast 1,2 Billionen Franken. Eine Staatsverschuldung von über 200 Prozent weist zum Beispiel Japan auf. (cpm/sda)

Erstellt: 03.04.2014, 12:26 Uhr

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