Vermieter senken Preise für Wohnungen mehrfach

Immobilienbesitzer werden ihre Wohnungen nicht mehr so einfach los. Immer häufiger müssen sie diese mehrmals ausschreiben – zu einem günstigeren Preis.

Vermieter werden Wohnungen ausserhalb der Grosszentren nicht los: Wohnungsportal Homegate.

Vermieter werden Wohnungen ausserhalb der Grosszentren nicht los: Wohnungsportal Homegate. Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Zückerli reichen nicht mehr: Vermieter müssen jetzt Preisnachlässe gewähren, um ihre Wohnungen an den Mann oder Frau zu bringen. Denn während die Nachfrage wegen der sinkenden Zuwanderung zurückgegangen ist, werden immer noch viele neue Wohnungen gebaut. Setzten einige Vermieter letztes Jahr noch auf Gratis-Mieten, Migros-Gutscheine, ein Mobility-Abo oder einen Zustupf zur Innenausstattung, reicht das heute häufig nicht mehr aus.

Einige Vermieter gehen also einen Schritt weiter und senken die Mieten. Immer öfter werden Wohnungen, die auf Online-Plattformen ausgeschrieben und nicht vermietet werden können, zu tieferen Mieten erneut inseriert. Das schreibt die Credit Suisse in ihrem neuen Monitor zum Immobilienmarkt. Der Druck auf die Vermieter ist gestiegen, sagt auch Fabian Waltert, Immobilienexperte der Credit Suisse.

Mietreduktionen nehmen zu

Im letzten Jahr sind laut der Studie bereits vier Prozent der inserierten Wohnungen nochmals für weniger Geld ausgeschrieben worden, da zu den ursprünglichen Konditionen kein Mieter gefunden werden konnte - Tendenz steigend. Gleichzeitig nehme die Zeitspanne, innerhalb der eine Senkung vorgenommen wird, deutlich ab. Warteten die Vermieter 2014 noch über 60 Tage, bis sie nicht losgewordenen Wohnungen nochmal inserierten, sind es jetzt nur noch rund 40 Tage. Die Erhebung der CS geht bis auf das Jahr 2014 zurück.

Mieten werden auf Portalen in immer kürzerer Zeit gesenkt. Quelle: Meta-Sys AG, Credit Suisse

Für die Auswertung hat die Credit Suisse Angaben aus einer Datenbank verwendet, die alle grossen Provider wie Immoscout und Homegate umfasst. Die Daten seien auf Ebene der Einzelinserate ausgewertet worden, sagt CS-Experte Waltert. Sprich: Ob und wie oft eine einzelne Wohnung mit reduziertem Mietpreis erneut ausgeschrieben wurde.

Reduktionen von über zehn Prozent

Die Reduktionen seien unterschiedlicher Natur, sagt Waltert. «Manchmal wird der Mietpreis von 3000 auf 2900 Franken reduziert, also nur um rund drei Prozent». Es gebe aber auch Fälle mit Reduktionen von über zehn Prozent, oder solche, in denen mehrere kleine Reduktionen gemacht würden.

Betroffen seien besonders Regionen ausserhalb der Grosszentren, also Gebiete mit Überangeboten, wo der Leerstand besonders hoch sei, sagt Waltert. Aber auch in Städten wie Zürich oder Genf, wo keinerlei Überangebotstendenzen auf dem Mietmarkt bestehen, kommen Mietreduktionen vor. «Besonders im Segment von Mieten über 3000 bis 3500 Franken, wo die Luft dünn wird und es weniger potenzielle Mieter gibt», so Waltert.

Mieten sinken 2018

Der Druck auf die Vermieter dürfte auch 2018 nicht nachlassen: Die CS rechnet für 2018 mit einem Rückgang der Mieten um ein Prozent. Damit setzt sich der Trend vom Vorjahr fort. 2017 waren die Mieten wegen einem Auseinanderklaffen von Angebot und Nachfrage insgesamt leicht rückläufig. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.02.2018, 08:10 Uhr

Noch mehr leere Mietwohnungen

Die jüngste Studie der Credit Suisse (CS) sieht einen Immobilienmarkt, der von verschiedenen Faktoren bedrängt wird - jedoch gerade rechtzeitig Hilfe von der Konjunktur erhält. Der kräftig und breit abgestützte Wirtschaftsaufschwung werde die Nachfrage in allen Segmenten beleben, heisst es in der Studie zum Schweizer Immobilienmarkt 2018. Wie viel der konjunkturelle Rückenwind in den einzelnen Teilmärkten bewirken könne, hänge jedoch stark von der jeweiligen Ausgangslage ab.

So befürchtet die CS, dass sich die Aussichten auf dem Meitwohnungsmarkt weiter trüben - obwohl der wirtschaftliche Aufschwung die Nachfrageseite stabilisieren dürfte. Die Konjunktur werde das Wachstum der Leerstände zwar bremsen, «jedoch nicht aufhalten können».

Denn dank hoher Renditeprämien lassen sich die Investoren von den steigenden Risiken nicht abschrecken und investieren weiter in den Mietwohnungsmarkt. Daher nehmen die Leerstände laut CS erneut deutlich zu und kommen im Bereich von rund 2,5 Prozent zu liegen. Das führt zu einem fortgesetzten Rückgang der Angebotsmieten um rund 1 Prozent.

Wohneigentum wird teurer

Gleichzeitig sieht die Studie beim Wohneigentum eine Rückkehr zu steigenden Preisen: Der Rückgang der Wohneigentumspreise, der im Anschluss an den 14 Jahre dauernden Preisanstieg zu beobachten war, sei bereits wieder Geschichte. Das gilt auch für die Preise im gehobenen Segment.

Einerseits verschafft der Wirtschaftsaufschwung dem Wohneigentumsmarkt neue Nachfrageimpulse, andererseits wird der erneute Preisanstieg durch die in den letzten Jahren stetig abnehmende Bautätigkeit im Eigentumssegment begünstigt. Die CS geht daher von anhaltend tiefen Leerständen und einem soliden Preiswachstum von 2 bis 2,5 Prozent in den allermeisten Regionen aus.

Die Bank glaubt aber nicht, dass der überhitzte Eigentumsmarkt ein Comeback feiert: Das hohe Preisniveau sowie die regulatorischen Massnahmen dürften die Wirkung der Nachfragebelebung weitgehend neutralisieren. Längerfristig werde zudem die Demografie die Nachfrage dämpfen: Die Babyboomer erreichen allmählich ein Alter, in dem die Nachfrage nach Wohneigentum abnehme. (sda)

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