Walliser Ferienort führt Eurokurs von 1.40 ein

Die Tourismusgemeinde Grächen hält diesen Sommer an ihren umstrittenen Eurorabatten fest. Und: Neu profitieren auch immer mehr Schweizer vom Angebot.

Ferien zum Wechselkurs von 1.40: Flyer der Euroaktion. (Bild: www.graechen.ch)

Ferien zum Wechselkurs von 1.40: Flyer der Euroaktion. (Bild: www.graechen.ch)

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Um im Alpenraum trotz des starken Frankens konkurrenzfähig zu bleiben, entschied sich der Walliser Familienkurort Grächen bereits vor einem halben Jahr für einen attraktiven Euro-Fixkurs von 1.35 Franken. Dieser wird nun laut einem Artikel im «Blick» (online nicht verfügbar) noch erhöht. Ab 16. Juni gilt im Ferienort ein Eurokurs von 1.40.

Mit dem Slogan «Ferien jetzt mit noch mehr Wert» wirbt die Gemeinde Grächen auf ihrer Website für das Angebot. Das Leistungspaket von «Grächen Euro 1.40» umfasst Übernachtungen in Hotels oder Ferienwohnungen, Ausflugsfahrten, Mahlzeiten in Restaurants sowie Angebote von Sportgeschäften und Souvenirshops. Bei all diesen Angeboten gilt der fixe Eurokurs, bezahlt wird jeweils bar vor Ort.

Einnahmeausfall von 15 Prozent

An der Aktion beteiligt sich die Mehrheit aller Dienstleistungsbetriebe der Tourismusdestination. Die Hotellerie stellt über 60 Prozent ihrer Betten zur Verfügung. Laut Tourismus-Direktor Berno Stoffel habe die Euroaktion in der vergangenen Wintersaison grossen Erfolg gehabt. «Die preissensiblen Gäste aus Deutschland haben das Angebot stark genutzt», sagt Stoffel zum «Blick». Deshalb soll die Aktion nun fortgeführt werden.

Gegen die Eurorabatte hatte sich in der Vergangenheit auch Gegenwehr formiert. Es sei gefährlich, immer nur an der Preisschraube zu drehen, sagte Gaudenz Thoma, Chef von Graubünden Ferien, unlängst gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Lieber wolle er das Angebot optimieren und das Preisniveau halten.

Trotz dieser Einwände und einem fast 15-prozentigen Einnahmeausfall ist Tourismus-Direktor Stoffel überzeugt, dass sich das Vorgehen für Grächen rechnen wird. Der Mut habe sich ausgezahlt, denn die Prognosen für den Bergtourismus seien düster, sagt Stoffel. Dass neben deutschen Urlaubern auch immer mehr Schweizer von dem Angebot Gebrauch machen, sei positiv: «Es ist doch toll, wenn wir so auch Schweizer Gäste zu uns holen können.» (mpl)

Erstellt: 18.05.2012, 10:03 Uhr

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