Wie Firmen ihre Angestellten bei Laune halten

Auto, Parkplatz, Handy: Viele Unternehmen richten ihren Mitarbeitern sogenannte Fringe Benefits aus. Eine Umfrage zeigt, welche am meisten zum Zug kommen.

Häufigste Lohnnebenleistungen nach Unternehmensgrössen: Beliebt sind vor allem Sachleistungen.


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Eine repräsentative Umfrage des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigt, dass Lohnnebenleistungen bei den Arbeitnehmern immer beliebter werden: Seit 2004 stieg die Zahl der Beschäftigten, die solche Fringe Benefits erhalten, von 67 Prozent um gut 10 Prozent auf 78 Prozent an. Am häufigsten profitieren davon Angestellte der Versicherungsbranche und des Finanzsektors: 90 Prozent von ihnen gaben an, solche Zusatzleistungen zu erhalten. Im Gesundheits- und Sozialwesen, in der Erziehung und im Unterricht sowie im Gastgewerbe erhalten hingegen nur weniger als zwei Drittel der Arbeitnehmer Fringe Benefits.

Diese Zusatzleistungen können gemäss dem Bericht von zwei bis zu zehn Prozent des Bruttolohnes ausmachen. Am häufigsten stellen dabei die Unternehmen ihren Mitarbeitern einen Firmenparkplatz zur Verfügung, den sie auch privat nutzen dürfen. Ebenfalls beliebt, um die Mitarbeiter zu ködern, ist ein Geschäftsauto, das auch privat genutzt werden darf. Diese Zahl ist im Vergleich zu 2008 allerdings zurückgegangen: gewährten 2008 noch 65 Prozent der Firmen ihren Angestellten einen Geschäftswagen, waren es 2010 noch 56 Prozent.

54 Prozent der Firmen gewähren Lohnnebenleistungen

Weitere häufig gewährte Lohnnebenleistungen waren Mobiltelefone, die auch privat genutzt werden dürfen, eine Beteiligung an der Zweiten Säule über die obligatorischen Leistungen hinaus oder unentgeltliche respektive verbilligte Produkte und Dienstleistungen. Auffällig ist laut der Lohnstrukturerhebung, dass der Mittelwert der Löhne bei jenen Unternehmen mit Fringe Benefits um 753 Franken höher ist gegenüber jenen, die keine Lohnnebenleistungen gewähren (geschätzter Salärmedian: 6409 Franken).

Wer in einem Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten arbeitet, hat daher vermutlich bereits solche Leistungen von seiner Firma erhalten, die nicht auf dem Lohnzettel stehen. Denn laut der Lohnstrukturerhebung des BFS gewährten im Jahr 2010 durchschnittlich 54 Prozent aller Firmen mit mehr als zehn Mitarbeitern sogenannte Fringe Benefits. Dies sind sechs Prozent mehr als bei der letzten Erhebung im Jahr 2008.

Grosse Firmen gewähren eher Fringe Benefits

Der Bericht zeigt weiter, dass die Chancen, solche Lohnnebenleistungen zu erhalten, steigen, je mehr Personal ein Unternehmen hat: In einer Firma mit 10 bis 250 Mitarbeitern gewähren 53 Prozent diese Fringe Benefits, bei den Unternehmen mit 251 bis 499 Beschäftigten sind es bereits 89 Prozent und bei Firmen mit über 500 Angestellten gar 92 Prozent. Kleine Firmen mit unter zehn Angestellten sind in der Erhebung allerdings nicht aufgeführt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.11.2012, 15:41 Uhr

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