«Wir wollen ein paar Filetstücke in die Schweiz holen»

Kehrtwende beim Industrieverband: Swissmem-Präsident Hans Hess äussert sich positiv über die Gripen-Gegengeschäfte mit Schweden. Ein Defizit ortet er dennoch.

Gegengeschäfte im Wert von 315 Millionen Franken: Ein Kampfflugzeug des Typs Gripen C. <br />(10. April 2013)

Gegengeschäfte im Wert von 315 Millionen Franken: Ein Kampfflugzeug des Typs Gripen C.
(10. April 2013) Bild: Keystone

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Die Schweizer Industrie ist zufrieden mit den Gegengeschäften, die im Zusammenhang mit dem geplanten Kauf des Kampfjets Gripen getätigt wurden. «Aus Sicht der Wirtschaft spricht nichts mehr gegen den Gripen», sagte Hans Hess, Präsident des Industrieverbands Swissmem.

Derzeit haben Schweizer Industrieunternehmen mit Schweden Gegengeschäfte für 315 Millionen Franken abgeschlossen. 160 Schweizer Firmen sind beteiligt, 15 Prozent davon sind in der Westschweiz.

Vor einem Jahr war Swissmem beim Bundesrat und beim schwedischen Gripen-Hersteller Saab vorstellig geworden, weil die Firmen unzufrieden mit den Kompensationsgeschäften waren. Nun zieht Hess gegenüber dem «SonntagsBlick» eine positive Bilanz: Saab habe die Botschaft verstanden, sagte er.

«Es geht in die richtige Richtung», bestätigte Hess auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Ziel sei es gewesen, bereits in der Vorphase – also noch vor dem endgültigen Entscheid für den Gripen-Kauf – Kompensationsgeschäfte in der Höhe von 300 Millionen Franken zu erhalten. «Das ist erfüllt worden», sagte Hess.

«Filetstücke in die Schweiz holen»

Dieses Jahr habe es erhebliche Fortschritte gegeben. Saab habe sich zudem Mühe gegeben, Westschweizer Firmen zu berücksichtigen, sagte Hess. Dies ist eine der drei Bedingungen, die Swissmem stellte.

Der Industrieverband forderte zudem, dass Schweizer Firmen nicht nur mit Routinearbeiten abgespiesen würden und dass auch KMU Aufträge erhalten sollten. Nach Angaben von Hess sind unter den 160 berücksichtigten Firmen auch KMU. Zudem hätten grosse Firmen zugesagt, Aufträge an kleinere Firmen weiterzugeben.

Defizite ortet Hess noch bei der Wartung. Diese Aufträge seien interessant, da sie während der ganzen Lebensdauer, also während rund 30 Jahren, liefen. «Wir wollen auch ein paar Filetstücke in die Schweiz holen», sagte Hess. Dazu liefen noch Gespräche, es sei aber aufseiten von Saab viel «Goodwill» vorhanden.

Triebwerkgehäuse soll in der Schweiz produziert werden

Bereits zugesichert wurde gemäss Hess, dass das Triebwerkgehäuse und der hintere Teil des Gripen in der Schweiz entwickelt und hergestellt werden sollen. Dies gelte nicht nur für die 20 Gripen, welche die Schweiz bestellen will, sondern auch für die 60 Kampfflugzeuge für die schwedische Armee.

Saab hat sich vertraglich dazu verpflichtet, Aufträge über 2,5 Milliarden Franken an Schweizer Unternehmen zu vergeben, sollte der Kauf der Gripen-Kampfjets zustande kommen. Der Beschaffungspreis für die 22 Gripen-Kampfflugzeuge liegt bei 3,1 Milliarden Franken. (rbi/sda)

Erstellt: 18.08.2013, 15:23 Uhr

«Es geht in die richtige Richtung»: Swissmem-Präsident Hans Hess, hier an einer Pressekonferenz. (Bild: Keystone )

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