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Abramowitschs Milliarden beenden Streit bei Bergbaukonzern

Der russische Milliardär Roman Abramowitsch wird neuer starker Mann beim Bergbaukonzern Norilsk. Er hilft damit, einen Konflikt zwischen zwei anderen Oligarchen zu lösen – möglicherweise auf Geheiss Putins.

Norilsk galt schon unmittelbar nach Ende der Sowjetunion als Filetstück der Industrie: Metallwerk des Konzerns in der Stadt Norilsk.
Norilsk galt schon unmittelbar nach Ende der Sowjetunion als Filetstück der Industrie: Metallwerk des Konzerns in der Stadt Norilsk.
Reuters

Der russische Milliardär Roman Abramowitsch steigt bei Norilsk Nickel ein und schlichtet damit einen jahrelangen Streit im Eigentümerkreis des Bergbaukonzerns. Der Besitzer des englischen Fussball-Clubs FC Chelsea habe zugestimmt, ein Paket von 7,3 Prozent zu erwerben, teilt der Norilsk-Nickel-Grossaktionär Rusal mit.

Die Abramowitsch-Anteile haben einen Wert von rund zwei Milliarden Dollar. Mit dem Einstieg soll die erbittert geführte Fehde der Unternehmer Wladimir Potanin und Oleg Deripaska beigelegt werden – die bisher einflussreichsten Norilsk-Eigner. Beobachtern zufolge könnte die russische Führung den Friedensschluss beim weltgrössten Nickelproduzent eingefädelt haben.

Putin drängte auf Lösung

Präsident Wladimir Putin hatte darauf gedrungen, dass die Norilsk-Magnaten Potanin und Deripaska das Kriegsbeil begraben. Nach der nun erzielten Einigung setzten die beiden Geschäftsleute bereits ihre Gerichtsverfahren aus.

Schlüsselfigur in dem Kompromiss ist Abramowitsch, dem unter Russlands Oligarchen die besten Kontakte in den Kreml nachgesagt werden. Sein Einfluss bei Norilsk geht der Vereinbarung zufolge künftig weit über seine neu erworbenen Anteile hinaus: Er übt auch die Stimmrechte für eine Art Treuhänderpaket aus, das sich zu gleichen Teilen aus Stimmrechten aller drei Eigner speist. Potanin und Deripaska verringern dafür ihre Stimmenanteile.

Die Vereinbarung sichert Potanin den Chefposten des einst staatlichen Nickel-Konzerns, den der Geschäftsmann selbst in einer ersten Privatisierungsrunde in den 90er Jahren übernommen hatte.

Im Gegenzug soll das Unternehmen in den Jahren 2012 bis 2014 eine stabile Dividende ausschütten. Das kommt dem defizitären und in Hongkong gelisteten Aluminium-Konzern Rusal entgegen, hinter dem Deripaska steht.

30 Milliarden Börsenwert

Norilsk Nickel betreibt seine Bergwerke vor allem in dem an Bodenschätzen reichen Norden Russlands. Das Unternehmen hat heute einen Börsenwert von fast 30 Milliarden Dollar.

Schon unmittelbar nach Ende der Sowjetunion galt es als Filetstück der Industrie, deren Privatisierung einer ganzen Generation von Unternehmern zu grossem Reichtum verhalf – wie den beiden Oligarchen Potanin und Deripaska. Letzterer stieg 2008 in einem 14 Milliarden Dollar schweren Geschäft bei Norilsk ein.

Die Fusion sollte einen russischen Branchenriesen schaffen, der es mit internationalen Grössen wie BHP aufnehmen kann. Doch dieser Plan wurde durch die Finanz- und Wirtschaftskrise weitgehend zunichtegemacht, der Machtkampf tat sein übriges.

SDA/mw

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