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Aktienanleger fürchten Ende des Fed-Geldregens

Spekulationen auf eine baldige Straffung der US-Geldpolitik haben an der Wallstreet für Ernüchterung gesorgt. In der Schweiz gab es Gewinnmitnahmen bei sämtlichen Titeln des SMI.

Anleger fürchten vermehrt, dass die US-Notenbank ihre Konjunkturhilfen früher als erwartet zurückfährt. Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten ging am Mittwoch mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 15'302 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 verlor ebenfalls 0,7 Prozent auf 1648 Zähler. Der Nasdaq notierte 0,6 Prozent schwächer bei 3467 Punkten.

Auslöser der Talfahrt waren ermutigende Konjunkturdaten vom Dienstag: Der Index für das US-Konsumentenvertrauen war auf den höchsten Stand seit Februar 2008 gestiegen. Parallel dazu zogen die Hauspreise in den USA um knapp 11 Prozent an – so stark wie seit fast sieben Jahren nicht mehr.

«Die zuletzt positiven Konjunkturdaten indizieren eine fortschreitende Erholung der US-Wirtschaft», kommentierte Marktbeobachter Gregor Kuhn von IG Markets. «Was normalerweise als Stütze dienen sollte, wirkt sich nun als Belastungsfaktor aus, da die Fed ihren Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes eben gerade mit besagter nachhaltiger Konjunkturerholung verknüpft hat.»

Apple gegen den Trend im Plus

Derzeit kauft die Fed zur Ankurbelung der amerikanischen Wirtschaft Wertpapiere im Volumen von monatlich bis zu 85 Milliarden Dollar an. Viele Investoren fürchten, dass die Wirtschaft noch nicht auf eigenen Beinen stehen kann.

Zu den grössten Verlierern im Dow-Index zählten Verizon mit einem Abschlag von 2,5 Prozent. Auch zahlreiche Versorger mussten Federn lassen. Die Apple-Aktie lag dagegen 0,8 Prozent im Plus. Apple-Chef Tim Cook kündigte auf einer Branchenkonferenz die Einführung neuer Geräte an, die Massstäbe setzen sollen. Näheres wollte er aber wie gewohnt nicht preisgeben.

Deutliche Verluste an der Schweizer Börse

Belastet von schwachen Vorgaben aus Übersee und neuerlichen Sorgen um den künftigen geldpolitischen Kurs in den USA startete der SMI bereits mit leichten Abschlägen.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor 2,3 Prozent auf 8028,64 Punkte. Der breite Swiss Performance Index (SPI) gab 2,2 Prozent auf 7561,44 Punkte ab. Die 30 wichtigsten Titel schlossen alle im Minus.

Roche und Novartis im Angebot

Auf dem SMI lasteten vor allem Abgaben in den schwergewichtigen Titeln wegen Gewinnmitnahmen, die rund die Hälfte des Kursrückgangs ausmachten. Roche-Aktien büssten 3,6 und Novartis-Papiere 2,5 Prozent an Wert ein. Die Werte von Nestlé gaben mit 1,3 Prozent weniger ab als der Gesamtmarkt.

Die Luxusgüter-Aktien von Richemont gaben 4,2 Prozent ab und gerieten damit am stärksten unter die Räder. Swatch-Papiere verloren am Tag der Generalversammlung 3 Prozent.

Banken tauchen

Zu den grossen Verlierern zählen auch die Grossbankenwerte. Die UBS-Aktien büssten 2,7 Prozent an Wert ein, jene der Konkurrentin CS 2,8 Prozent. Julius-Bär-Papiere schlossen 2,7 Prozent im Minus. Von der um die Mittagszeit vom Bundesrat vorgestellten Verhandlungslösung für den US-Steuerstreit wurden die Titel allerdings kaum bewegt. Titel der ebenfalls in US-Steuerermittlungen involvierten Basler Kantonalbank schlossen mit 0,8 Prozent Gewinn. Nicht mehr betroffen von dem Thema ist die UBS.

Lonza-Titel büssten 3,6 Prozent ein, sind aber aufs Jahr gesehen mit einem Plus von 50 Prozent die Überflieger bei den Blue Chips. Die Verluste von 3,5 Prozent in Transocean-Werten sind zum Teil auf den Dividendenabschlag von 0,56 US-Dollar zurückzuführen.

Grössere Verluste verzeichnen auch die Sulzer-Aktien mit 2,7 und die von Adecco mit 2,6 Prozent'). Die geringsten Abschläge zeigten Actelion-Papiere mit 0,5 sowie Syngenta mit 0,6 Prozent. Am breiten Markt legten Also-Titel um 5,5 Prozent zu.

SDA/rub

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