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China-Börsen schiessen kurz vor Handelsschluss in die Höhe

Händler vermuten eine Intervention der Regierung: Am Mittag lagen die chinesischen Aktienkurse noch im Minus. Dann legten sie einen spektakulären Schlussspurt hin.

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Die chinesische Regierung könnte hinter dem Kurssprung stecken: Der Shanghaier CSI-300-Index legt stark zu.(Grafik: Bloomberg)
Die chinesische Regierung könnte hinter dem Kurssprung stecken: Der Shanghaier CSI-300-Index legt stark zu.(Grafik: Bloomberg)

Die Kurse an den Börsen Chinas haben eine weitere Achterbahnfahrt hinter sich. Nach einem Handelsauftakt im Plus lagen die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen heute gegen Mittag wieder leicht im Minus.

Kurz vor Handelsschluss wendete sich das Blatt jedoch abrupt. Zuletzt ging der Index in Shanghai um 3,44 Prozent höher aus dem Handel als am Vortag. Händler vermuten, die Regierung habe in den letzten 30 Minuten massive Käufe getätigt, um die Talfahrt zu stoppen.

Diese hatte am Montag mit dem grössten Tagesverlust seit acht Jahren angefangen. Hintergrund waren Sorgen über einen Rückzug der staatlichen Unterstützung und schlechte Nachrichten aus der Realwirtschaft.

Während Monaten grössere Schwankungen

Experten rechnen damit, dass Chinas Aktienmärkte noch über Monate grösseren Schwankungen ausgesetzt sein werden, weil sie jetzt extrem von staatlicher Unterstützung abhängig seien. «Schon die kleinsten Hinweise auf einen möglichen Rückzug des Staates aus den Märkten können zu Panikverkäufen führen», sagte die Wirtschaftsexpertin Sandra Heep vom Berliner China-Institut Merics in Peking.

Der Parteistaat habe mit seinen umfangreichen Interventionen «eine neue Quelle der Instabilität geschaffen», sagte Heep. Niemand wisse, wie lange die staatliche Unterstützung anhalten oder wie die Märkte bei einer Verringerung der Hilfe reagieren werden.

Zweifel an Reformversprechen

Angesichts der Interventionen gebe es grosse Zweifel an der Entschlossenheit der Partei, ihre 2013 abgegebenen Reformversprechen in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld umzusetzen. «Zudem frisst das permanente Krisenmanagement der Aktienmärkte die Energie wichtiger staatlicher Akteure, die von der dringend notwendigen Planung struktureller Reformen abgelenkt werden», sagte Heep.

Werde die Umsetzung der Reformen, die auf Stärkung des Binnenkonsums und der Innovationsfähigkeit chinesischer Unternehmen abzielen, weiter verzögert, werde es «unweigerlich einen weiteren Einbruch der Wachstumsraten zur Folge haben», sagte Heep.

Seit vergangenem Monat hatten Chinas Aktienmärkte eine extreme Berg- und Talfahrt hingelegt: Getrieben von Privatanlegern, die in grossen Stil Aktien auf Pump kauften, war der Leitindex in Shanghai binnen eines Jahres um über 150 Prozent gestiegen. Mitte Juni begann dann ein rasanter Kurseinbruch. Innerhalb von nur 18 Handelstagen verlor der Index 32 Prozent an Wert. Mit radikalen Eingriffen gelang es der Regierung, zunächst die Kurse zu stabilisieren.

(SDA)

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