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Arbeitsmarkt und Ungarn schicken Börsen auf Talfahrt

Enttäuschende Daten vom US-Arbeitsmarkt und neu entflammte Sorgen über die Schuldenkrise in Europa haben die Börsen am Freitag unter Druck gesetzt.

In Ungarn droht eine Staatsverschuldung: SMI und Dow Jones am 4. Juni 2010.
In Ungarn droht eine Staatsverschuldung: SMI und Dow Jones am 4. Juni 2010.

Weltweit schürte ein unerwartet grosses Haushaltsloch in Ungarn Ängste vor einem Übergreifen der Schuldenkrise auf Osteuropa.

Dow-Jones im Wochenvergleich um zwei Prozent gesunken

Die Zahl der Beschäftigten in den USA stieg zwar im Mai so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Dies war allerdings zum grössten Teil auf Neueinstellungen für des Staates eine Volkszählung zurückzuführen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 3,2 Prozent tiefer auf 9931 Punkten und damit unter der psychologisch wichtigen Marke von 10'000 Zählern. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen 9889 und 10'249 Stellen.

Der breiter gefasste S&P-500 büsste 3,4 Prozent auf 1065 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 3,6 Prozent auf 2219 Stellen ab. Im Wochenvergleich der fiel der Dow um zwei Prozent, der S&P um 2,3 Prozent und der Nasdaq um 1,7 Prozent.

Staatsanleihen sind an US-Kreditmärkten gestiegen

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,63 Milliarden Aktien den Besitzer. 287 Werte legten zu, 2794 gaben nach und 74 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,3 Milliarden Aktien 300 im Plus, 2372 im Minus und 81 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 1-13/32 auf 102-16/32. Sie rentierten mit 3,204 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 2-14/32 auf 104-6/32 und hatten eine Rendite von 4,131 Prozent.

Schweizer Börse belastet durch Ungarn

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag ebenfalls mit klaren Verlusten aus der Sitzung gegangen. Belastet wurden die Märkte vorerst von Hiobsbotschaften aus Ungarn, wo der Staatshaushalt offenbar schlechter in Form ist als ursprünglich gedacht.

Aussagen aus der ungarischen Regierung über die Finanzsituation des Landes wurden nach Angaben von Händlern mit Sorge aufgenommen. Ein hochrangiger Vertreter wurde mit den Worten zitiert, Ungarn habe nur eine «geringe Chance, eine Situation wie in Griechenland zu vermeiden», was auch den Euro stark unter Druck setzte.

Das Blue-Chips-Barometer SMI verlor 1,87 Prozent auf 6298,97 Punkte, womit sich ein Wochenminus von 0,4 Prozent ergab. Der breite Swiss Performance Index (SPI) gab um 1,63 Prozent auf 5545,77 Punkte nach.

Schweizer Finanzwerte unter Druck

Es gerieten einmal mehr die Finanzwerte überdurchschnittlich unter Druck. So beendeten CS (-3,9 Prozent), Swiss Life (-3,6 Prozent) und UBS (-4,6 Prozent) den Handel am Tabellenende. Weitere Finanzwerte wie Julius Bär (-2,6 Prozent), Swiss Re (-2,6 Prozent) oder Bâloise (-2,4 Prozent) hielten sich nicht viel besser.

Etwas besser als der Gesamtmarkt schlossen Nestlé (-0,7 Prozent) oder Novartis (-1,5 Prozent). Als Tagessieger und einziger Bluechip ohne Verluste fielen Givaudan (+1,2 Prozent) auf.

Im breiten Markt gaben Rieter (-5,1 Prozent) oder Sulzer (-4,5 Prozent) - trotz der bestätigten Kaufempfehlung durch Goldman Sachs - stark nach, wobei beide am Vortag sehr gesucht waren, hier also Gewinne mitgenommen wurden.

SDA/mt

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