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Baufirmen bauen so viel wie seit Jahrzehnten nicht mehr

Zurzeit werden in der Schweiz 74'000 Wohnungen gebaut. Das sorgt bei Baufirmen für einen Engpass. Der Branchenverband spricht von einem «Stau beim Wohnungsbau».

An der Kapazitätsgrenze: Arbeiter auf einer Baustelle in Crans-Montana im Wallis. (14. September 2012)
An der Kapazitätsgrenze: Arbeiter auf einer Baustelle in Crans-Montana im Wallis. (14. September 2012)
Keystone

Der Wohnungsbau bleibe das Zugpferd der Branche, teilt der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) in einem Communiqué mit. Zwischen Juli und September stieg der Umsatz nochmals um 3,6 Prozent auf 1,67 Milliarden Franken.

Die Baufirmen arbeiteten an der Kapazitätsgrenze, hiess es weiter. Die Zahl der im Bau befindlichen Wohnungen habe mit 74'000 gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) einen Wert erreicht, den man seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen habe. Entsprechend sei der Arbeitsvorrat der Baumeister beim Wohnungsbau gegenüber dem Vorjahr um 15,3 Prozent gestiegen.

«Stau beim Wohnungsbau»

Es gebe einen «Stau beim Wohnungsbau», schreibt der SBV. Es fehle schlicht an Kapazitäten, um die Aufträge abzuarbeiten. Aus diesem Grunde seien die Bauvorhaben für die letzten Monate des laufenden Jahres kaum höher als vor einem Jahr (plus 0,6 Prozent).

«Die stagnierenden Auftragseingänge (minus 2 Prozent) deuten aber auf eine längerfristige Konsolidierung hin. Die striktere Praxis der Banken bei der Hypothekenvergabe scheint zu wirken», schreibt der SBV.

Abschwächung insgesamt

Gesamthaft hat sich die Bautätigkeit in der Schweiz hingegen etwas abgeschwächt. Die Umsätze im Bauhauptgewerbe gingen im Vergleich zum starken Vorjahresquartal um 1,8 Prozent auf 5,5 Milliarden Franken zurück.

Federn lassen musste insbesondere der Wirtschaftsbau. Hier sanken die Umsätze um 2,4 Prozent auf 664 Millionen Franken. Die Auftragseingänge brachen gar um ein Fünftel ein.

Immerhin sei der Arbeitsvorrat per Ende September um 7,3 Prozent grösser als vor einem Jahr. Dies gelte auch für die Bauvorhaben für das Schlussquartal (plus 7,9 Prozent). Damit scheint die Trendwende der seit 2008 schrumpfenden Umsätze noch nicht ganz erreicht.

Tiefbau mit tieferen Umsätzen

Im Tiefbau schwächten sich die Umsätze ebenfalls gegenüber dem sehr starken Vorjahresquartal um 5 Prozent auf 2,92 Milliarden Franken ab. Die Auftragseingänge sanken um 11 Prozent. Die Kantone seien angesichts mancherorts drohender Budgetdefizite vorsichtiger geworden mit Investitionen. Zudem fehlten im Moment auf nationaler Ebene die ganz grossen Projekte, schreibt der SBV.

Die Bauvorhaben für das Schlussquartal 2012 deuteten kurzfristig jedoch nicht auf einen Einbruch im Tiefbau hin (minus 2,1 Prozent). «Wegen der bestehenden und sich abzeichnenden Kapazitätsengpässe bei der Verkehrsinfrastruktur bleiben die langfristigen Aussichten sowieso gut», schreibt der SBV.

SDA/mw

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