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Bericht legt totales Versagen Athens nahe

Beunruhigende Details aus einem Papier der Troika dringen an die Öffentlichkeit: Griechenland soll nur 90 von 300 Sparvorgaben erfüllt haben.

Die Euroretter geraten in Zeitnot: Poul Thomsen vom Währungsfonds (r.) und Klaus Masuch von der EZB nach einem Treffen mit dem griechischen Premier Antonis Samaras. (5. Juli 2012)
Die Euroretter geraten in Zeitnot: Poul Thomsen vom Währungsfonds (r.) und Klaus Masuch von der EZB nach einem Treffen mit dem griechischen Premier Antonis Samaras. (5. Juli 2012)
Keystone

Der vorläufige Bericht der Troika aus EU-Kommission, IWF und EZB zeichnet gemäss einem Pressebericht ein katastrophales Bild der Umsetzung der Reformen in Griechenland. Die in Düsseldorf erscheinende «Rheinische Post» berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, 210 von rund 300 Sparvorgaben seien nicht erfüllt worden. Bei den Privatisierungen staatlicher Unternehmen würden demnach dieses Jahr nur zwei Massnahmen im Volumen eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrags umgesetzt.

Die Forderungen der griechischen Regierung nach einem Aufschub der Sparziele um zwei Jahre lehne die Bundesregierung als «völlig inakzeptabel» ab, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Koalitionskreise weiter. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel habe gegenüber führenden Koalitionären versichert, dass Griechenland maximal einige Wochen Aufschub bei der Umsetzung der Defizitziele gewährt werden könnten.

Brüssel bestreitet Zahlen

Die Details aus dem Bericht wurden in Brüssel allerdings nicht bestätigt. «Es gibt kein Troika-Dokument mit diesen Zahlen», hiess es aus EU-Kreisen. Eine vollständige Analyse sei vermutlich erst im September verfügbar. Ausserdem gebe es auch durchaus positive Entwicklungen in Athen. Ein EU-Diplomat sagte aber gegenüber der Nachrichtenagentur dapd. Das griechische Reformprogramm sei «erheblich aus der Spur geraten».

dapd/mw

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