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Börsen sacken nach US-Zahlen ab

Rund 3 Prozent verlieren Europas Börsen, knapp 2 Prozent zeitweise der SMI. Die heutige Talfahrt beschleunigt sich mit Jobdaten aus Übersee.

Der Knick nach dem sowieso schon negativen Tag kam mit den US-Daten: Tagesverlauf des DAX.
Der Knick nach dem sowieso schon negativen Tag kam mit den US-Daten: Tagesverlauf des DAX.

Die Arbeitslosenquote in den USA ist im August auf 5,1 Prozent gesunken und bewegt sich damit auf dem tiefsten Stand seit Anfang 2008. Im vergangenen Monat wurden 173'000 neue Jobs geschaffen, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilt. Das Jobwachstum blieb aber hinter den Erwartungen zurück. Analysten hatten mit 217'000 zusätzlichen Stellen gerechnet.

«Der US-Jobaufbau liegt deutlich unterhalb der Prognose», schreibt die VP-Bank in einem Kommentar. Der seit dem Jahr 2010 sichtbare Rückgang der Arbeitslosenquote sei hingegen «beeindruckend». Der Jobaufbau liege zwar unterhalb der Marke von 200’000, doch sei es auch nicht der berühmte «Beinbruch». Furcht vor einer schwächeren US-Wirtschaft sei unangebracht.

Was macht das Fed?

Mit den tiefer als erwartet ausgefallenen Daten aus Übersee geben die Aktienmärkte in Europa deutlich nach. Der deutsche DAX fiel zeitweise unter die Marke von 10'000 Punkten. Auch der Schweizer SMI verliert zwischenzeitlich rund 2 Prozent. Auch die US-Börsen eröffnen mit einem satten Minus.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist von entscheidender Bedeutung für die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve, die unter anderem das Ziel der Vollbeschäftigung verfolgt.

«Der im Vergleich zu den Vormonaten schwächere Arbeitsplatzaufbau dürfte im derzeitigen nervösen Umfeld für eine weitere Verschiebung der geplanten Zinserhöhung gut sein», schreiben die Analysten der VP-Bank weiter. Es bestünde kein Grund für «zinspolitische Schnellschüsse». Die Notenbanker in Washington beschäftige zudem auch das Geschehen in Asien. «Vermutlich dürften sich Janet Yellen und ihre Kollegen wohler dabei fühlen, wenn vorerst alles beim Alten bleibt.»

Spätestens im Dezember 2015

Das Fed hatte bereits Ende Oktober 2014 ihre milliardenschweren Konjunkturspritzen auslaufen lassen, mit denen sie die Erholung nach der Finanz- und Wirtschaftskrise gestützt hatte.

Die Märkte erwarten, dass Fed-Chefin Janet Yellen noch in diesem Jahr erstmals seit der Krise wieder die Zinsen anhebt. Die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses findet am 16. und 17. September statt. Die US-Währungshüter würden «im Dezember handeln müssen», so VP-Bank. Janet Yellen habe sich mit dem expliziten Hinweis auf eine mögliche Zinserhöhung im Jahr 2015 zu sehr festgelegt. Eine weitere Verschiebung ins Jahr 2016 könne eine Einbusse an Glaubwürdigkeit nach sich ziehen.

SDA/cpm

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