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Chinesische Ratingagentur stuft Frankreich herab

Chinas Ratingagentur Dagong hat die Bonität von Frankreich von AA- auf A+ herabgesetzt. Als Grund werden Strukturprobleme genannt. Derweil reagierten Asiens Börsen negativ auf den bevorstehenden EU-Gipfel.

Die chinesische Ratingagentur Dagong hat die Kreditwürdigkeit Frankreichs herabgestuft. Wegen anhaltender Strukturprobleme werde Frankreichs Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt weiter abnehmen und sein Wachstum mittelfristig schwach bleiben, erklärte die Ratingagentur und setzte die Bonität von AA- auf A+ herab.

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hatte am Montag angedroht, Frankreichs Bonität von der Bestnote AAA um zwei Stufen herabzusetzen.

Asiens Händler zurückhaltend

Derweil haben die Aktienmärkte in Asien vor dem EU- Krisengipfel und der EZB-Sitzung nachgegeben. Vor den entscheidenden Beratungen in der Europäischen Union hielten sich die Händler zurück oder nahmen nach den Kurszuwächsen der vergangenen Tage Gewinne mit.

In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,7 Prozent auf 8664 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,6 Prozent auf 745 Punkte nach. In Shanghai, Taiwan, Südkorea, Singapur und Hongkong gaben die Kurse zwischen 0,2 und 1,7 Prozent nach.

Tepco-Aktie gab nach

Die Ratingagentur Moody's teilte mit, dass AA3 Rating Japans sei nicht in Gefahr, da das Land nach wie vor relativ geringe Zinsen für Anleihen zahlen muss und so seinen hoch verschuldeten Staatshaushalt finanzieren kann. Jedoch könne das grosse Defizit auf lange Sicht problematisch werden. Bei den Einzelwerten stand der Energiekonzern Tepco im Fokus der Anleger. Der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks in Fukushima erwägt, über die kommenden vier Jahre sein Kapital um 28,7 Milliarden Euro zu erhöhen.

Die Hälfte der Mittel soll nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo die japanische Regierung aufbringen, was praktische eine Verstaatlichung des angeschlagenen Konzerns bedeuten würde. Die Tepco-Aktie gab um 11,3 Prozent nach.

Der Autobauer Nissan muss nach eigenen Angaben 118'000 Kompakt- SUVs vom Typ Juke zurückrufen. Die Anteilsscheine des Renault- Partners gaben um 2,1 Prozent nach.

Zinssenkung der EZB erwartet

In Brüssel beginnt am Abend das zweitägige Gipfeltreffen der EU- Staats- und Regierungschefs. Sie ringen unter dem wachsenden Druck der Schuldenkrise erneut um eine Strategie zur Rettung des Euro. Kurz vor dem Treffen ist die Spannung hoch, ob sich Deutschland und Frankreich mit ihren Vorschlägen für mehr Haushaltsdisziplin durchsetzen können.

Experten rechneten damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) angesichts der sich eintrübenden Konjunkturaussichten abermals die Zinsen um 25 Basispunkte auf dann nur noch ein Prozent senken wird. Besonders spannend dürfte werden, welchen Beitrag die EZB im Kampf gegen die Schuldenkrise zu leisten bereit ist.

AFP/kpn

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