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«Das ist ein Adrenalinstoss für die gesamte US-Wirtschaft»

Die Nachricht von Bin Ladens Tod euphorisiert die USA, sorgt für Kursgewinne an den Börsen – und könnte darüber hinaus lange nachwirken.

Die Zahlen sprechen wenige Stunden, nachdem Spezialeinheiten den Al-Qaida-Anführer Osama Bin Laden in den Hügeln Pakistans exekutiert haben, eine deutliche Sprache: Die Ölpreise fallen, die Börsen legen zu, an der Wallstreet zeichnen sich starke Kursgewinne ab, und der gebeutelte Dollar erholt sich. Ein Händler in Tokio bringt es am Morgen gegenüber Bloomberg auf den Punkt: «Das sind gute Nachrichten.»

Langfristig dürfte Bin Ladens Tod die Gefahr von Attentaten sowohl in Europa und den USA als auch in den ölreichen Staaten des arabischen Raums senken – das beflügelt die Kurse. Doch die Nachricht könnte weit über den Moment hinauswirken. Denn das Attentat vom 11. September 2001 hat die USA nicht nur bis zu 70 Milliarden Dollar an Ausgaben für die Innere Sicherheit gekostet. Es hat im Land auch ein tiefes Gefühl der Bedrohung ausgelöst. Jetzt ist der grösste Feind der USA tot.

Weniger Nachfrage nach Fluchtwährung Schweizer Franken

Wie fundamental das für die USA ist, zeigt auch ein bereits heute Morgen veröffentlichter Gastbeitrag des Ökonomen Mohamed El-Erian, Chef des Investmentriesen Pimco, für die «Financial Times». Diese Nachricht, so schreibt El-Erian, «wird von vielen Menschen an vielen Orten bejubelt, sie löst Gefühle des Erfolgs, des Stolzes und auch der Erleichterung aus». Die USA dürften ein neues Gefühl der Einheit und des Sinns entwickeln, so El-Erian, das ebne den Boden für «Fortschritt in einer ganzen Reihe umstrittener wirtschaftspolitischer Fragen».

Kurt Magnus von der Finanzholding Nomura sagt es gegenüber dem «Wall Street Journal» hemdsärmeliger: «Das ist ein Adrenalinstoss für die gesamte US-Wirtschaft», wird der Händler heute Morgen zitiert.

In der Schweiz übrigens wirkt die Nachricht aus Pakistan nicht nur positiv auf den SMI. Sie sorgt für eine willkommene Abschwächung des Frankens sowohl gegenüber dem Dollar (0,87 Franken) als auch gegenüber dem Euro (1,28 Franken) – wird das weltweite Risiko als schwächer wahrgenommen, sinkt die Nachfrage nach der Schweizer Fluchtwährung.

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