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«Das Schrumpfen der Mittelschicht destabilisiert die Demokratie»

Die Eurokrise hat die Mittelklasse erreicht. Immer mehr Deutsche rutschen nach Jahren des übertriebenen Konsums nach unten. Das führe zu einer grossen Verunsicherung, sagt der Soziologe Steffen Mau.

Wird die Rente reichen? Einfamilienhäuser in einem Vorort von Leipzig.
Wird die Rente reichen? Einfamilienhäuser in einem Vorort von Leipzig.
Flickr/Michimaya

Herr Mau, Sie warnen in Ihrem neuen Buch* vor dem drohenden Niedergang der Mittelschicht. Lässt sich diese Sorge mit Zahlen belegen? Es gibt einen klaren Trend zur Schrumpfung der Mittelschicht. In Deutschland zum Beispiel gehörten noch Ende der Neunzigerjahre 64 Prozent der Bevölkerung zur Mittelklasse. Das sind gemäss typischer Definition Leute, die zwischen 70 und 150 Prozent eines mittleren Einkommens verdienen. Inzwischen ist die deutsche Mittelschicht um 4,5 Millionen Menschen geschrumpft. Sie umfasst nicht einmal mehr 60 Prozent der Bevölkerung. Die meisten davon sind nach unten abgerutscht, deutlich weniger aufgestiegen. Die Entwicklung ist in den meisten OECD-Ländern ähnlich.

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