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Der US-Wirtschaftsmotor stottert

Die US-Wirtschaft will und will nicht in Fahrt kommen: Die Wachstumsrate im zweiten Quartal beträgt enttäuschende 1,5 Prozent. Bereits werden Spekulationen über einen Fed-Eingriff laut.

Muss ohne Wirtschaftsbonus Wahlkampf betreiben: Barack Obama besucht eine Firma für Sicherheitsschlösser in Wisconsin. (Archivbild)
Muss ohne Wirtschaftsbonus Wahlkampf betreiben: Barack Obama besucht eine Firma für Sicherheitsschlösser in Wisconsin. (Archivbild)
AFP

Auch in diesem Frühling hat die US-Wirtschaft an Fahrt verloren. Vor allem die Zurückhaltung der Konsumenten habe das Wachstum im zweiten Quartal auf eine Jahresrate von 1,5 Prozent gedrückt, teilte das Handelsministerium mit.

Zum Jahresauftakt hatte die Wirtschaft um 2,0 Prozent zugelegt, Ende 2011 waren es sogar noch 4,1 Prozent. Damit verliert die weltgrösste Volkswirtschaft im Zuge der globalen Konjunkturabkühlung zunehmend an Schwung und spürt auch die Schuldenkrise in Europa immer stärker.

Gestützt wurde das Wachstum zwar von den Konsumenten. Allerdings stiegen ihre Konsumausgaben nur noch um 1,5 Prozent und damit so gering wie seit einem Jahr nicht mehr. Wegen der hartnäckig hohen Arbeitslosigkeit hat sich die Kauflaune zuletzt eingetrübt. Der private Konsum trägt fast 70 Prozent der US-Wirtschaftsleistung. Die Exporte zogen mit 5,3 Prozent kräftig an.

Spekulationen über Fed-Eingriff

«Die Zahlen sind weder richtig gut noch richtig schlecht», sagte Postbank-Ökonom Thilo Heidrich. «Damit setzen die USA ihren Wachstumskurs weiter fort, ohne dass dieser an die Dynamik früherer Aufschwungphasen anknüpfen könnte.» Die Erholung nach der Rezession von 2007 bis 2009 ist die schwächste seit Anfang der 1980er Jahre.

«Angesichts der Risiken ist es unwahrscheinlich, dass die US-Notenbank Fed den Rest des Jahres untätig bleibt», sagte ein Analyst. Experten erwarten daher mit Spannung die nächste Fed- Zinssitzung Anfang August.

Bernanke dämpft Hoffnungen

Bereits seit Wochen spekulieren die Finanzmärkte auf ein neues Anleihekaufprogramm, mit dem die US-Zentralbank die Konjunktur anschieben könnte. Allerdings hatte Notenbankchef Ben Bernanke Hoffnungen auf ein unmittelbar bevorstehendes Handeln eher gedämpft.

Die schlechten Zahlen verschärfen aber den Druck auf US-Präsident Barack Obama. Da ihm die flaue Konjunktur und hohe Arbeitslosigkeit angelastet werden, muss er im November um seine Wiederwahl bangen. Die Präsidentenwahl wird auch dieses Jahr von Wirtschaftsthemen bestimmt.

Romney hat den Wirtschaftsbonus

Eine Gallup-Umfrage nach den neun wichtigsten Wahlkampfthemen zeigt: Wirtschaft, Arbeitslosigkeit, defizitärer US-Haushalt, Steuern und die Kluft zwischen Arm und Reich spielen bei den Wählern eine Hauptrolle.

Nach einer Umfrage für die Tageszeitung «USA Today» trauen 63 Prozent der Wähler Herausforderer Mitt Romney zu, als Präsident die richtigen Entscheidungen in Bezug auf wirtschaftliche Probleme zu finden.

Auch eine Umfrage von der Zeitung «The Hill» zeigt: Die Wähler sind mit der Wirtschaftspolitik von Präsident Obama nicht zufrieden. 53 Prozent glauben demnach, Obama habe falsche Entscheidungen getroffen. 66 Prozent sagen, die Fehler, die zu wirtschaftlichen Problemen führten, wurden in Washington gemacht.

SDA/kle

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