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«Die deutsche Regierung will nicht einsehen, dass ihr wirkliches Problem die Banken sind»

Der britische Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson kritisiert das europäische Krisenmanagement.

Von welchem der drei Szenarien geht das grösste Gefahrenpotenzial für die Weltwirtschaft aus: dass die Inflation im Zuge steigender Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise zurückkehrt, dass die chinesischen Behörden auf die Bremse treten, um ein Überhitzen der Wirtschaft zu vermeiden, oder dass ein Euroland in Zahlungsverzug gerät und die Eurozone auseinanderbricht?Alle drei Szenarien sind mit erheblichen Risiken verbunden. Das grösste Risiko sehe ich gegenwärtig in einem Comeback der Inflation, weil sie Länder, ja sogar ganze Regionen zu destabilisieren vermag. Wir können das gerade in Ägypten beobachten, wo die soziale Unrast mit dem Problem steigender Rohstoffpreise eng verknüpft ist. Die chinesische Wirtschaft wird in diesem Jahr an Tempo verlieren, was zweifellos auf die Weltwirtschaft zurückschlagen wird. Interessant wird dann zu beobachten sein, wie die Rohstoffpreise darauf reagieren werden. Gut möglich, dass Ihr Szenario zwei hilft, Szenario eins abzumildern.

Und wie beurteilen Sie die von der Eurozone ausgehenden Gefahren?Ein Auseinanderbrechen der Währungsunion halte ich derzeit für unwahrscheinlich. Aber wir werden etwas erleben, was einem Zahlungsverzug sehr nahe kommt, sei das in Griechenland oder Irland. Die grosse Frage wird sein – und darauf wissen wir noch keine Antwort –, ob die Deutschen am Ende die Rechnung bezahlen werden. Ich persönlich denke, dass sie in den sauren Apfel beissen werden, weil es für sie noch teurer kommt, die Eurozone zu verlieren.

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