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Die EZB will weiter Anleihen von Krisenstaaten kaufen

Die Europäische Zentralbank will ihr Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen wieder aufnehmen. Damit soll eine Ausweitung der Schuldenkrise verhindert werden.

Sieht Handlungsbedarf: EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.
Sieht Handlungsbedarf: EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.
Keystone

Angesichts der sich ausweitenden Schuldenkrise in Europa will die Europäische Zentralbank (EZB) weitere Staatsanleihen in der Eurozone aufkaufen. Das kündigte die Zentralbank heute Abend nach einer Videokonferenz des Gouverneursrats an. Die EZB wolle ihr Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen von Regierungen der Eurozone «aktiv umsetzen», hiess es. Um Anleihen welcher Länder es sich handelte, wurde nicht erwähnt.

Die Nachrichtenagentur Reuters meldete unter Berufung auf EZB-Quellen, dass die Europäische Zentralbank italienische und spanische Staatsanleihen kaufen werde, um die beiden Länder vor einer Ausweitung der Schuldenkrise zu schützen. Italien, das zunehmend unter den Druck der Finanzmärkte gerät, hatte am Freitag zu verstehen gegeben, dass die EZB dem bedrängten Land morgen Montag mit dem Kauf von Staatsanleihen zur Hilfe kommen könnte.

Merkel und Sarkozy beruhigen die Märkte

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy haben aebenfalls heute Abend zur Beruhigung der Finanzmärkte die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom Juli bekräftigt. Sie taten dies heute in einer gemeinsamen Erklärung. Die Beschlüsse vom 21. Juli sollten rasch vollständig umgesetzt werden. Merkel und Sarkozy betonten die Bedeutung einer schnellen Zustimmung der Parlamente ihrer beiden Länder bis Ende September.

Der Eurokrisenfonds solle nach seiner Umsetzung im Oktober Anleihen angeschlagener Staaten auf dem Sekundärmarkt kaufen, teilten die beiden Regierungschefs weiter mit. Zugleich ermahnen Merkel und Sarokozy Italien und Spanien, ihren angekündigten Konsolidierungskurs zügig und vollständig umzusetzen. Die Euro-Zone will Anleihehaltern mit der Bereitschaft zu Bond-Käufen signalisieren, dass ihre Investitionen von der Währungsgemeinschaft abgesichert werden.

Trichet zeigt Handlungsbereitschaft

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, die Zentralbank werde ihr seit vier Monaten ruhendes Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen wiederbeleben. Der Vorsitzende der belgischen Zentralbank erklärte, sein Institut habe Staatsanleihen aus Irland und Portugal gekauft, jedoch keine spanischen und italienischen Papiere. Beobachter werteten dies als Hinweis, dass diese Länder zunächst ihre Finanzen in Ordnung bringen müssten.

Angesichts des zunehmenden Drucks seitens der Märkte hatte der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Freitag angekündigt, den Staatshaushalt bereits bis 2013 auszugleichen und weitreichende Reformen durchzusetzen.

dapd/ami

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