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Die Jobmacher 2013

In letzter Zeit häuften sich Meldungen über Entlassungen. Zahlreiche Firmen schufen 2012 jedoch neue Arbeitsplätze. Und das wird auch im neuen Jahr so sein.

Im ablaufenden Jahr hatten insbesondere die Industrie und die Tourismusbranche in der Schweiz unter dem starken Franken zu leiden – betroffene Unternehmen bauten Stellen ab. Sie werden auch 2013 um ihre Profitabilität kämpfen müssen. So wagt etwa Clariant angesichts einer weiterhin unsicheren Lage keine Arbeitsplatzprognose. Laut einer Aufstellung des «Sonntag» zählte die Chemiefirma in der Schweiz zuletzt 181 Stellen weniger als vor einem Jahr. Branchengefährtin Lonza, die 2012 noch 22 Arbeitsplätze schuf, will in den kommenden zwei Jahren rund 430 Stellen streichen.

Die Arbeitsmarktexperten des Bundes gehen von einer steigenden Arbeitslosenquote im ersten Halbjahr 2013 aus: Sie werde von derzeit 2,9 auf 3,5 Prozent steigen, heisst es. Insbesondere im Bankensektor geht der Stellenabbau weiter. So hat die UBS angekündigt, in drei Jahren in der Schweiz 2500 Mitarbeiter weniger zu beschäftigen. Auch die Credit Suisse spart, hat sich aber nicht konkret zum erwarteten Stellenabbau geäussert.

Hunderte Jobs in den Uhren- und Pharmabranchen

Jobs schaffen die Firmen, deren Geschäft gut läuft. Im letzten Jahr stachen die Uhren- und Luxusgüterbranche sowie die Pharmaindustrie hervor. So kamen bei Swatch 700 und bei Richemont 300 neue Vollzeitstellen hinzu. Und die beiden Uhrenproduzenten wollen weiterhin neue Mitarbeiter anstellen; bei Swatch sollen es «mehr als 100» sein, bei Richemont «mehrere Hundert». Auch Rolex glaubt, der Uhrenboom werde zu einem weiteren Aufbau führen.

Bei Novartis kamen in den letzten zwölf Monaten in der Schweiz 700 neue Vollzeitstellen dazu. Der Basler Pharmamulti rechnet fürs neue Jahr mit einer stabilen Mitarbeiterzahl. Roche, die den Personalbestand für 2012 mit «steigend» beschreibt, gibt keine Prognose ab. Laufen die Geschäfte weiterhin rund, dürfte aber auch hier die einen oder anderen Stellensuchenden fündig werden.

Stabilisator Staat

Zu den grössten Jobmachern werden 2013 gemäss der Umfrage des «Sonntag» die Post und die SBB gehören. Beide Staatsbetriebe rechnen mit je 300 neuen Vollzeitstellen. Weitere positive Arbeitsmarktimpulse werden von der öffentlichen Verwaltung und dem Gesundheitssektor ausgehen, sagt der Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik im Staatssekretariat für Wirtschaft, Eric Scheidegger.

Auch Nestlé soll, wie schon 2012, zu den grössten Anbietern neuer Stellen gehören. Der Nahrungsmittelriese hat in den vergangenen zehn Jahren mehr als 3000 Arbeitsplätze geschaffen. «Wir investieren in den Wirtschaftsstandort Schweiz und kreieren damit neue Arbeitsplätze», erklärt Sprecher Philippe Aeschlimann gegenüber dem «Sonntag».

Good news aus der Industrie

Selbst innerhalb des gebeutelten Industriesektors wird es 2013 Lichtblicke geben, allen voran Alstom. Der Energietechnologiekonzern sucht für die Standorte Baden und Birr AG vor allem Ingenieure für Dampf- und Gasturbinen. Die französische Alstom, die bereits im ablaufenden Jahr 120 Stellen schuf, will 2013 insgesamt 300 neue Jobs anbieten.

Auch MAN Diesel & Turbo plant 34 neue Stellen im Ingenieursbereich, im Vertrieb und der Administration. Und der Sanitärtechniker Geberit will 20 neue Vollzeitstellen anbieten.

Konstanz bei zahlreichen Firmen

Einige Firmen verlagern Stellen innerhalb des Unternehmens, was in manchen Fällen zu einer positiven, in manchen zu einer negativen Jobbilanz führt. So plant die Fluggesellschaft Swiss unter dem Strich mit 200 weiteren Stellen. Ein Abbau in der Verwaltung wird mehr als kompensiert durch neue Arbeitsplätze für Piloten und Flugbegleiter. Bei der Swisscom hingegen sollen letztlich 100 Stellen wegfallen: Der Kommunikationsdienstleister streicht 400 Stellen und schafft andernorts 300 neue.

In der Detailhandelsbranche könnte die Zahl der Vollzeitstellen in etwa konstant bleiben. Zu Verlagerungen dürfte es aber zwischen einzelnen Unternehmen kommen. Coop, die grösste Arbeitgeberin des Landes, gibt zwar keine Prognose ab und die Nummer zwei, die Migros, rechnet mit einem leicht rückläufigen bis konstanten Stellenangebot. Bei den Discountern Aldi und Lidl geht der Ausbau mit der Eröffnung neuer Filialen jedoch weiter.

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