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Die Schweiz als Nation der Teilzeitarbeiter

Europaweit ist nur in Island die Erwerbsquote höher als in der Schweiz. Über 80 Prozent der erwerbsfähigen Personen haben hierzulande eine Stelle. Knapp ein Drittel davon arbeitet Teilzeit.

Im europäischen Vergleich ist in der Schweiz ein hoher Anteil der Bevölkerung auf dem Arbeitsmarkt aktiv. Allerdings sind Teilzeitpensen viel verbreiteter als in der EU. Dies geht aus der neuesten Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

Demnach ist in der Schweiz der Anteil der Erwerbspersonen an der 15- bis 64-jährigen Bevölkerung – die Erwerbsquote – von 2001 bis 2011 von 81,2 auf 82,8 Prozent angestiegen, die Beteiligung am Arbeitsmarkt hat also leicht zugenommen.

Von den EU-/EFTA-Staaten hat nur Island einen höheren Anteil mit 84,5 Prozent, der europäische Durchschnitt lag bei 71,2 Prozent. In Italien und Malta lag er bei rund 62 Prozent. Zu den Erwerbspersonen zählen Erwerbstätige wie auch Stellensuchende.

Schweiz auf Platz zwei bei der Teilzeitarbeit

Teilzeitarbeit ist in der Schweiz stark verbreitet: Im Jahr 2011 arbeiteten 33,7 Prozent der Erwerbstätigen Teilzeit. Die Schweiz steht damit europaweit auf Platz zwei nach den Niederlanden, wo 49,1 Prozent ein Teilzeit-Arbeitspensum haben. Der EU-Schnitt liegt bei 19,5 Prozent.

Berücksichtigt man die hohe Teilzeitarbeit und rechnet die Erwerbsquote in Vollzeitstellen um, liegt diese seit zehn Jahren bei rund 71 Prozent der 15- bis 64-Jährigen.

76,7 Prozent der Frauen und 88,7 Prozent der Männer zwischen 15 und 64 Jahren sind auf dem Arbeitsmarkt aktiv. Diese Differenz hat sich in den letzten zehn Jahren verringert. Von den Frauen arbeiteten fast 58 Prozent Teilzeit, von den Männern nur knapp 14 Prozent.

Gebildetere stärker am Arbeitsmarkt beteiligt

Je höher die Bildung, desto stärker die Beteiligung am Arbeitsmarkt. Bei den 25- bis 64-Jährigen, die nur die neunjährige obligatorische Schulzeit absolviert haben, liegt sie bei 74,4 Prozent, bei den Personen mit Matura oder Lehre sind es 85,5 Prozent, bei jenen mit einer Ausbildung auf Tertiärstufe (Universität, FH oder Ähnliches) 91,2 Prozent.

Bei den erwerbstätigen Müttern stellt Teilzeitarbeit die Norm dar, bei den Vätern bleibt sie die Ausnahme. Während fast 83 Prozent der erwerbstätigen Frauen, die in einem Paarhaushalt mit Kindern unter 7 Jahren leben, Teilzeit arbeiten, ist dies bei den Männern in derselben Situation nur bei knapp 9 Prozent der Fall. Immerhin hat dieser Prozentsatz in den letzten zehn Jahren stark zugenommen.

Immer mehr Rentner

Seit zehn Jahren beträgt das mittlere Alter beim Austritt aus dem Erwerbsleben rund 65 Jahre. Bei den Frauen liegt das Austrittsalter ein Jahr tiefer.

Gleichzeitig nimmt die Anzahl älterer Menschen je 100 Erwerbspersonen stetig zu. 2001 kamen auf auf 100 Erwerbspersonen im Alter von 15 bis 64 Jahren im Schnitt 28,2 Rentner. 2011 waren es 30,7.

SDA/rbi

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