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Die Schweizer Wirtschaft kränkelt weiter

0,9 statt 0,8 Prozent Wachstum 2015 und leicht steigende Arbeitslosigkeit. Die Prognose des Seco verspricht noch keine Entspannung für die Schweizer Wirtschaft.

Die Schweizer Wirtschaft wächst weiterhin unterdurchschnittlich: Apothekerkreuz in Zürich. (Archivbild)
Die Schweizer Wirtschaft wächst weiterhin unterdurchschnittlich: Apothekerkreuz in Zürich. (Archivbild)
Steffen Schmidt, Keystone

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hebt seine Prognose für das Wirtschaftswachstum 2015 leicht an. Nach 0,8 Prozent in der Juni-Prognose geht es in seinem neuesten Ausblick vom Donnerstag von einem BIP-Wachstum von 0,9 Prozent aus.

Die markante Frankenaufwertung seit Mitte Januar habe die Konjunkturentwicklung in der ersten Hälfte des Jahres 2015 praktisch zum Stillstand gebracht, meldet das Seco. Die Exporte litten neben der Frankenstärke auch unter einer lahmenden Weltwirtschaft. Wachstumsimpulse kamen von der Inlandnachfrage, besonders vom Privatkonsum und den Ausrüstungsinvestitionen.

Trotz einer leichten Entspannung an der Wechselkursfront gehen die Seco-Experten von einer weiterhin verhaltenen Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte aus. Die Handelsbilanz dürfte weiterhin auf dem Wachstum lasten.

Arbeitslosigkeit dürfte leicht ansteigen

Entsprechend erwarten die Konjunkturexperten des Bundes 2016 auch eine steigende Arbeitslosigkeit. Die Quote soll 3,6 Prozent erreichen. Die verhaltene Konjunkturdynamik dürfte den Arbeitsmarkt weiterhin belasten, teilte das Seco am Donnerstag mit. Auf die Gesamtbeschäftigung hinterliess der Frankenschock von Mitte Januar zwar keine deutlichen Spuren, die Beschäftigung wuchs auch im zweiten Quartal.

Sie tat das aber nur noch im Dienstleistungssektor. Insbesondere in der Industrie aber auch im Baugewerbe dagegen ging die Beschäftigung leicht zurück. Das dürfte sich gemäss den Seco-Experten in den kommenden Quartalen noch akzentuieren. Für 2015 rechnet das Seco mit einem Beschäftigungswachstum von 0,9 Prozent, für 2016 von 0,8 Prozent.

Wachstum bleibt unterdurchschnittlich

Die Lage dürfte sich erst 2016 wieder festigen. Dabei sollten auch die Exporte wieder einen positiven Beitrag zum BIP-Wachstum leisten. Wichtige Voraussetzung dabei ist aber, dass die internationale Konjunktur weiterhin aufwärts zeigt und insbesondere der Euroraum sich weiter erholt.

Für 2016 geht das Seco weiterhin von einer moderaten Beschleunigung aus. Es nimmt seine Wachstumsprognose aber von 1,6 Prozent im Juni auf 1,5 Prozent zurück. Damit dürfte die Schweizer Wirtschaft zwei Jahre lang unterdurchschnittlich wachsen. Ihr Wachstumspotenzial liegt gemäss Seco um 2 Prozent.

Die SNB geht von 1 Prozent Wachstum aus

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) rechnet 2015 mit einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von knapp 1 Prozent, nachdem es im ersten Quartal leicht gesunken war. Insgesamt stagnierte die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal. Die Beschäftigung wuchs verlangsamt, sank in der Industrie aber weiter. Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit stieg in den Sommermonaten leicht. In vielen Unternehmen bleibt die Lage angesichts des Margenschwunds schwierig, auch wenn die Produktion trotz Frankenstärke gleich blieb.

Die Nationalbank geht von einer allmählichen Belebung der Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte und einem Jahreswachstum von knapp 1 Prozent aus. Die Binnennachfrage dürfte dabei die Konjunktur weiterhin stützen. Bei einer weiteren Verbesserung der Weltwirtschaft und einer sinkenden Überbewertung des Frankens sollte auch die Exporttätigkeit wieder zum Wachstum beitragen.

Mit einem prophezeiten Sinken des Preisniveaus um 1,2 Prozent reduzierte die Notenbank ihre Teuerungsaussichten für 2015 gegenüber der Juni-Prognose um 0,2 Prozentpunkte. 2016 dürften Güter und Dienstleistungen nach Ansicht der SNB um 0,5 Prozent billiger werden. In der Juni-Prognose ging die SNB noch von 0,4 Prozent aus. 2017 rechnet die Zentralbank wieder mit einer Teuerung von 0,4 Prozent.

SDA/ofi

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