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Die US-Wirtschaft wächst langsamer als erwartet

Die US-Wirtschaft hat sich im ersten Quartal unter den Erwartungen der Analysten entwickelt. Stärkster Wachstumstreiber war der private Konsum – besonders Autos waren gefragt wie seit vier Jahren nicht mehr.

Personenwagen sind zurzeit bei US-Amerikanern begehrt: Zum Verkauf stehende Autos der Marke Ford in Arizona.
Personenwagen sind zurzeit bei US-Amerikanern begehrt: Zum Verkauf stehende Autos der Marke Ford in Arizona.
Keystone

Das Wachstum der US-Wirtschaft hat sich im ersten Quartal stärker als erwartet verlangsamt. Das Bruttoinlandsprodukt legte mit einer Jahresrate von 2,2 Prozent zu, wie das Handelsministerium nach vorläufigen Berechnungen mitteilte.

Ende 2011 waren es noch 3,0 Prozent. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten ein Plus von 2,5 Prozent erwartet. Grund für die langsamere Gangart war die Zurückhaltung der Unternehmen, die erstmals seit Ende 2009 weniger investierten. Dagegen sass bei den Konsumenten das Geld wieder lockerer.

Die Konsumausgaben stiegen um 2,9 Prozent nach 2,1 Prozent im letzten Quartal 2011. Das ist der höchste Anstieg seit dem vierten Quartal 2010. Der private Konsum macht rund 70 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) der USA aus.

«Das war ein gesundes Quartal»

«Stärkster Wachstumstreiber war der private Konsum, weil der Autoabsatz durch die Decke gegangen ist», sagte UniCredit-Analyst Harm Bandholz. Die Autoverkäufe legten so kräftig zu wie seit vier Jahren nicht mehr.

Die Wirtschaft profitierte laut Handelsministerium im ersten Quartal zudem von Zuwächsen bei Häuserbauten. Nach einer Mitteilung der nationalen Maklervereinigung vom Donnerstag waren die Hausverkäufe im März auf den höchsten Stand seit zwei Jahren gestiegen. Dämpfend wirkte sich dagegen ein Rückgang bei der Regierungsausgaben aus.

«Das war ein gesundes Quartal», zitierte die Wirtschaftsagentur Bloomberg den Topökonomen Christopher Low von FTN Financial in New York. Die Wirtschaft zeige Anzeichen einer nachhaltigen Expansion, für eine Siegesfeier sei es aber zu früh.

Dass diese Annahme Sinn macht, zeigt das Konsumentenvertrauen: Dieses blieb im April mit einem Plus um 0,2 Punkte auf 76,4 Zähler nahezu gleich, wie die Nachrichtenagentur Thomson Reuters und die Universität Michigan meldeten. Die Konsumenten beurteilten ihre Finanzlage etwas skeptischer.

Fed: Frustrierend langsame Erholung

Insgesamt hatten sich in den vergangenen Tagen die Zeichen für eine weitere, aber mässige Erholung der US-Wirtschaft gemehrt. So hatte die Notenbank am Mittwoch ihre Wachstumsprognose für 2012 auf einen Wert zwischen 2,4 und 2,9 Prozent angehoben. Zuvor war die Rede von 2,2 bis 2,7 Prozent gewesen. Auch bei der Arbeitslosigkeit erwartet die Fed kurzfristig bessere Werte als bislang angenommen. Auf längere Sicht zeigt sie sich allerdings noch etwas skeptisch.

US-Notenbankchef Ben Bernanke mahnte jedoch wegen «signifikanter Abwärtsrisiken» weiter zur Vorsicht. Die Erholung nach der Rezession von 2008 und 2009 verlaufe noch immer «frustrierend» langsam.

Insbesondere die Arbeitslosenquote sei mit 8,2 Prozent für amerikanische Verhältnisse viel zu hoch. Bis Ende 2014 will die Fed deshalb an ihrer faktischen Nullzinspolitk festhalten. Auch weitere geldpolitische Massnahmen, um der Konjunktur frisches Leben einzuhauchen, sind nicht vom Tisch.

SDA/rbi

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