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«Die Vielfalt der Modelle wird laufend grösser»

Seit Januar wurden in der Schweiz mehr Autos mit alternativen Antrieben verkauft als im ganzen Jahr 2014. Der Auto-Schweiz-Direktor erklärt, warum das nicht nur wegen des ökologischen Bewusstseins der Fall ist.

Immer beliebter in der Schweiz: Ein Elektroauto tankt Strom an der Auto-Zürich-Messe im November 2009.
Immer beliebter in der Schweiz: Ein Elektroauto tankt Strom an der Auto-Zürich-Messe im November 2009.
Alessandro Della Bella, Keystone

Im Juli rollten 30'228 neue Fahrzeuge auf die Strassen – so viele Neuimmatrikulierungen in einem Juli gab es zuletzt vor 16 Jahren. Grund für die Zuwächse seien der starke Franken und Preissenkungen, schrieb Auto-Schweiz. Die gestiegene Nachfrage nach neuen Autos bezieht sich auch auf Hybrid- und Elektroautos. Alternative Antriebe stünden mit einem Marktanteil von 4,1 Prozent dieses Jahr höher im Kurs als noch im Vorjahr. 2014 verfügten nur 3 Prozent aller neu immatrikulierten Autos über einen solchen Antrieb. Andreas Burgener, Direktor von Auto-Schweiz, äussert sich zum aktuellen Trend.

Herr Burgener, immer mehr alternative Motoren sind in Schweizer Fahrzeugen verbaut. Welche verzeichnen am meisten zuwachs?

Hybridfahrzeuge mit Benzin wurden letztes Jahr 6127 verkauft, seit Januar sind es nun bereits 4366. Bei den rein elektrischen Motoren sieht man die Zunahme noch stärker. 2014 wurden 1659 Elektroautos verkauft. Zwischen Januar und Juli 2015 liegt dieser Wert bereits bei 1825.

Warum hat gerade der Verkauf von Elektroautos so stark zugenommen?

Die Vielfalt der Modelle wird laufend vergrössert. Immer mehr Fahrzeughersteller bieten Elektro- und Hybridautos an. Sobald ein Kunde mehr Auswahl hat, nimmt der Absatz zu. Ausserdem sind die Preise gesunken. Ein mit Strom betriebenes Fahrzeug ist heute nicht mehr viel teurer als ein Auto mit einem benzinbetriebenen Motor.

Wie wird sich der Trend hin zu alternativen Antrieben in den nächsten Jahren entwickeln?

Eine Möglichkeit ist, dass mehr Alternativen auf den Markt kommen und diese mehr genutzt werden. Antriebe mit Erdgas, Strom, Flüssiggas und vielleicht auch Brennstoffzellwerk können die Zukunft sein. Schlussendlich braucht es aber Kunden für ein Produkt, damit es erfolgreich wird. Das ist deshalb zukunftsweisend.

Welcher dieser Antriebe wird sich denn vor allem durchsetzen?

Es gibt keinen Königsweg. Eine gewisse Vielfalt wird immer vorhanden sein. Mit den ganzen Optionen ist es heute schwieriger, das passende Auto zu kaufen. Es ist deshalb die Aufgabe der offiziellen Markenhändler, die Kundschaft richtig zu beraten und zu sagen: Du fährst diese Arbeitsstrecke, deshalb empfehlen wir dir dies oder das. Dass es immer mehr Autos mit ökologischeren Antrieben gibt, hat aber noch einen weiteren Grund. In der Schweiz sind die Emissionsvorschriften für Personenwagen strenger als in der EU. Deshalb überlegt man sich, wie man das Fahrzeugangebot zusammenstellen muss, damit keine Sanktionen anfallen. CO2-ärmere Fahrzeuge wie Elektroautos sind hier eine Möglichkeit.

Die CO2-Emissionsvorschriften hat die Schweiz aber analog zur EU eingeführt. Im absoluten Vergleich sind diese deshalb nicht strenger in der Schweiz.

Wir haben in der Schweiz aber eine andere Motorisierung. Wegen der Landschaft besitzen zum Beispiel viel mehr Menschen ein Fahrzeug mit 4x4-Motor, im Gegensatz zu den meisten EU-Bürgern. Ausserdem zahlen Schweizer Händler Sanktionen, die auch von der EU übernommen wurden, mit einem fixen Euro-Franken-Kurs von 1.50. Das wurde gesetzlich so verankert, zum Leid der Kunden, die einen höheren Preis bezahlen.

Wie hat sich die Situation für die Händler nach der Aufhebung des Euromindestkurses verändert?

Die Mindestkursaufhebung spüren alle. Die offiziellen Markenhändler, aber auch die Occasionshändler. Deshalb stehen die Autos mit alternativen Antrieben ebenfalls unter Margendruck. Wegen des billigen Euro werden die Autos billiger, der Frankengewinn ist für die Händler am Schluss aber kleiner. Die Autobranche hat sehr schnell auf den Frankenschock reagiert. Bereits nach drei Tagen haben wir Reaktionen gesehen.

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