Economiesuisse prognostiziert mehr Arbeitlose

Der Wirtschaftsdachverband korrigiert seine Wachstumsprognose wegen des Mindeskurs-Aus nach unten. Das Konjunkturforschungsbüro Bakbasel rechnet dafür mit einem steigenden BIP.

Im Jahresschnitt 3,7 Prozent soll die Arbeitslosigkeit gemäss Economiesuisse betragen: Ein Zeitungshalter mit Stellenanzeigern, im Hintergrund eine Mitarbeiterin des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums RAV. (11. November 2014)

Im Jahresschnitt 3,7 Prozent soll die Arbeitslosigkeit gemäss Economiesuisse betragen: Ein Zeitungshalter mit Stellenanzeigern, im Hintergrund eine Mitarbeiterin des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums RAV. (11. November 2014) Bild: Peter Klaunzer/Keystone

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Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse rechnet nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses fürs laufende Jahr noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent. Die Arbeitslosigkeit wird gemäss der Prognose etwas ansteigen und im Jahresdurchschnitt 3,7 Prozent betragen.

Der Entscheid der SNB vom 15. Januar hinterlasse deutliche Bremsspuren, begründet Economiesuisse die neue Prognose. Im Dezember war man beim Wirtschaftsdachverband noch von einem Wachstum von 1,6 Prozent ausgegangen. Nun aber seien die Unternehmen gezwungen, durch einen Mix von Massnahmen ihre Kosten zu senken, vor allem durch Produktivitätssteigerungen und Innovation, hiess es im Mediencommuniqué.

Positiv für die Schweizer Wirtschaft sei das Wachstum der weltweiten Wirtschaft, welche den Wechselkursschock etwas dämpfe. Zudem weiteten sich auch die staatsnahe Sektoren wie das Gesundheitswesen weiter aus und die höhere Kaufkraft stütze den Konsum. Beide Effekte stützen die Konjunktur in der Schweiz ebenfalls. In ihrer Prognose geht die Economiesuisse von einem sinkenden Preisniveau aus. Die Inflationsrate sagen die Verbandsökonomen mit minus 0,8 Prozent voraus.

Starker Dollar

Neben Economiesuisse hat auch das Konjunkturforschungsbüro Bakbasel seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in der Schweiz angepasst. So soll das Bruttoinlandprodukt 2015 um 1,0 Prozent steigen, wie es in einem Communiqué hiess. Ende Januar, also kurz nach dem Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zur Aufhebung des Euro-Mindestkurses, waren die Konjunkturforscher in Basel noch von einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent ausgegangen.

Entscheidend für die günstigere Prognose sei neben der bereits wieder erfolgten Abwertung des Franken die Stärke des Dollars, begründet Bakbasel die neue Prognose. Zudem wird von einer leichten Erholungstendenz des Euro im zweiten Halbjahr ausgegangen. Diese Faktoren führten dazu, dass der Aufwertungsschock im Jahresmittel 2015 nur rund ein Drittel so stark ausfallen dürfte, wie bei den Berechnungen, welche die Forscher unmittelbar nach Aufhebung des Mindestkurses anstellten. (thu/sda)

Erstellt: 10.03.2015, 16:21 Uhr

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