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Ehemaliger US-Finanzminister fordert strenge Regulierung der Banken

Henry Paulson, einer der Hauptakteure in den Finanzturbulenzen von 2008, warnt vor einer neuen Krise. Die Gefahren seien nicht entschärft worden. Paulson fordert Massnahmen, vor allem in drei Bereichen.

«Es gibt eine Reihe von Problemen»: Der ehemalige US-Finanzminister Henry Pauson, hier bei einer Anhörung in Washington zur Rettung des Versicherers AIG. (27. Januar 2010)
«Es gibt eine Reihe von Problemen»: Der ehemalige US-Finanzminister Henry Pauson, hier bei einer Anhörung in Washington zur Rettung des Versicherers AIG. (27. Januar 2010)
Keystone

Die Welt sollte sich laut dem früheren US-Finanzminister Henry Paulson für eine neue Finanzkrise rüsten. «Besteht die Gefahr einer erneuten Finanzkrise? Ich fürchte, dass die Antwort darauf ‹Ja› lautet», schreibt der langjährige Chef der Investmentbank Goldman Sachs in einem Gastbeitrag im «Handelsblatt».

Paulson entschied auf dem Höhepunkt der Krise 2008, dass die überschuldete Investmentbank Lehman Brothers nicht mit staatlichen Hilfen gerettet werden sollte.

Zu wenig Fortschritte

«Trotz aller Fortschritte gibt es eine Reihe von Problemen, die mir Sorge bereiten. Fünf Jahre nach der Finanzkrise haben wir bei der Reform der staatlich geförderten Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac keinerlei Fortschritte erzielt, wir sind den Markt der Schattenbanken nicht angegangen und streiten noch immer darüber, ob wir das Dilemma der ‹too big to fail›-Banken gelöst haben», schrieb der Ex-Politiker.

Paulson schlägt mit Blick auf die systemwichtigen Grossbanken vor, das ‹too big to fail›-Phänomen aus der Welt zu schaffen. Seiner Meinung nach ist der beste Ansatz, mit Hilfe von stringenteren Kapital- und Liquiditätsanforderungen die Vorteile zu minimieren, die grosse Geldinstitute geniessen.

«Eine strenge Regulierung einschliesslich Grössenbeschränkung und Veräusserungszwang bei Banken, die ihre Risiken nicht mehr steuern können, könnte Pleiten unwahrscheinlicher machen», schreibt Paulson.

SDA/rub

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