«Eskaliert der Handelsstreit, droht ein weltweiter Abschwung»

WTO-Chef Roberto Azevedo warnt vor den Folgen eines US-Handelsstreits. Und sieht bereits Anzeichen einer Talfahrt.

Wirtschaftsnationen müssen im Gespräch bleiben: Roberto Azevedo an einer Pressekonferenz in Berlin. (11. Juni 2018)

Wirtschaftsnationen müssen im Gespräch bleiben: Roberto Azevedo an einer Pressekonferenz in Berlin. (11. Juni 2018) Bild: Michelle Tantussi/Reuters

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Der Chef der Welthandelsorganisation WTO Roberto Azevedo sieht erste Anzeichen einer weltwirtschaftlichen Talfahrt als Folge des US-Konflikts mit wichtigen Handelspartnern. «Wenn es zu einer Eskalation im Handelsstreit kommt, droht ein weltweiter Abschwung», sagte Azevedo dem «Handelsblatt» vom Mittwoch. «Und wir sehen bereits Anzeichen, dass dieser Abwärtsprozess begonnen hat.» Bei Investitionen und Einkaufsverhalten der Firmen bestehe schon Zurückhaltung.

Der WTO-Chef forderte die führenden Wirtschaftsnationen dringend auf, im Gespräch zu bleiben. «Wir müssen unbedingt den Dialog aufrechterhalten.» Sonst drohe eine weitere Zuspitzung, unter der alle leiden würden, auch die Weltwirtschaft und die Bürger. «Es wird dann keine Insel geben, die davor geschützt ist», warnte Azevedo.

Den Vorwurf von US-Präsident Trump, die USA werde im weltweiten Handel massiv von ihren Partnern benachteiligt, wies der WTO-Chef zurück. «Die USA werden so behandelt, wie es die WTO-Regeln vorsehen», sagte er. Diese Regeln hätten die USA mit ihren Partnern selbst vereinbart. Zum deutschen Handelsüberschuss äusserte er sich ausweichend. Die Idee von Trump, alle Handelsbarrieren zwischen den sieben führenden Wirtschaftsmächten (G-7) abzubauen, nannte er «eine gute Sache». Die Staats- und Regierungschefs sollten diese Idee weiterverfolgen. (sep/AP)

Erstellt: 13.06.2018, 09:46 Uhr

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