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Euro fällt auf Rekordtief

Die Griechenland-Krise drückt den Kurs gegenüber dem Schweizer Franken weiter in die Tiefe: Nur noch 1,43 Franken kostet ein Euro heute.

Nur noch 1,43 Franken für einen Euro: Wechselstube in Istanbul.
Nur noch 1,43 Franken für einen Euro: Wechselstube in Istanbul.

Die Euro-Schwäche - respektive die Franken-Stärke - wird für die Schweizer Wirtschaft zunehmend zum Problem. Die Schuldenkrise verschiedener Euro-Länder hat die Gemeinschaftswährung zum Franken auf ein Rekordtief gedrückt.

Kurz vor Mittag brach der Damm. Der Euro stürzte innert weniger Minuten um 1 Rappen auf 1.4225 Franken. Er fiel damit unter die Marke von 1.43 Franken, über welcher er seit rund einem Monat gelegen hatte. Im Handel hiess es, die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe ihre Interventionsmarke bei 1.4325 Franken nicht mehr halten können.

Nach Zinsentscheid weiter gesunken

Bis zum Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) sank der Euro weiter auf 1.4150 Franken. Nachdem die europäischen Währungshüter bekannt gaben, den Leitzins unverändert zu lassen, sank der Euro weiter und erreichte ein neues Rekordtief von 1.4046 Franken.

Laut Ökonomen hatten einige Markteilnehmer darauf gesetzt, dass die Notenbank entgegen den Erwartungen doch etwas an den Zinsen verändert. «Am Mittag kamen die US-Investoren in den Markt. Die sind einfach viel skeptischer als die Europäer, die den Euro am Morgen noch gekauft haben», sagte ein Devisenhändler.

SNB unter Druck

Die SNB hatte im März 2009 begonnen, mit Euro-Käufen den Kurs des Franken zu beeinflussen. Ein schwacher Euro ermöglicht zwar den inländischen Konsumenten billigere Einkäufe im Euro-Land.

Umgekehrt leiden die Schweizer Exportindustrie und der Tourismus, weil die Schweizer Angebote für die Konsumenten im Euro-Raum teurer werden. Die Schweizer Unternehmen verdienen etwa jeden zweiten Franken im Ausland und davon rund die Hälfte im Euro-Raum.

SNB-Präsident Philipp Hildebrand hatte vergangene Woche erklärt, eine Euro-Krise wäre auch für die Schweiz ein bedeutendes Risiko, vor allem wenn sich der Franken als «sicherer Hafen» stark aufwerten sollte. Die Nationalbank wolle einer übermässigen Aufwertung des Franken «entschieden entgegen wirken».

Bis Dezember hatte die SNB den Kurs durch Euro-Käufe bei über 1.50 Franken halten können. Die Interventionen sind allerdings sehr umfangreich: Im ersten Quartal 2010 türmten sich in den Büchern der SNB bereits 56,4 Milliarden Euro, nach 37 Milliarden Ende 2009.

Dollar vorübergehend auf 1.12 Franken

Anders ist die Situation beim Dollar. Die US-Währung hat in den vergangenen Wochen zum Franken an Wert gewonnen. Am Donnerstag legte sie am Vormittag bis auf über 1.12 Franken zu. Dann änderte sich die Tendenz: Am frühen Nachmittag mussten wieder nur noch 1.10 Franken pro Dollar bezahlt werden.

Der Euro notierte zum Dollar ebenfalls deutlich schwächer auf noch 1.2720. Das ist der niedrigste Stand seit 14 Monaten. Vom Rekordtief von 0.82 Dollar ist der Euro aber noch weit entfernt.

SDA/oku

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