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Euro-Optimisten reissen Wall Street mit

Hoffnungen auf einen baldigen Befreiungsschlag in der Euro-Krise haben an der Wall Street für deutliche Kursgewinne gesorgt. Auch der Schweizer Leitindex SMI legte um 1,69 Prozent zu.

Die US-Anleger setzten am Freitag auf weitreichende Massnahmen der Politik zur Lösung der Schuldenprobleme. «Es dreht sich alles um Europa, und nur um Europa», sagte Analyst John Brady von MF Global. Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder wollen auf Gipfeltreffen am Sonntag und am Mittwoch ein tragfähiges Konzept finden.

Für gute Stimmung sorgten auch Quartalsbilanzen. Nach Daten des Informationsdienstleisters Thomson Reuters haben bislang 70 Prozent der Berichte der S&P-500-Unternehmen die Erwartungen übertroffen.

Dow legt 2,3 Prozent zu

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,3 Prozent höher auf 11'808 Punkten. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 11'542 und 11'812 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 1,9 Prozent auf 1238 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,5 Prozent auf 2637 Punkte.

Im Wochenvergleich stieg der Dow um 1,3 Prozent und der S&P um 1,1 Prozent, während der Nasdaq um 1,1 Prozent nachgab. In Frankfurt ging der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem satten Plus von 3,6 Prozent auf 5971 Punkten aus dem Handel.

Bescheidener Kursanstieg bei Microsoft

Der grösste US-Mischkonzern General Electric (GE) setzte zwar mehr um als erwartet. Die GE-Papiere gaben aber um 1,9 Prozent nach. Manche Investoren zeigten sich unzufrieden mit den Gewinnmargen. Konkurrent Honeywell dagegen konnte bei den Börsianern mit der Anhebung seiner Gewinnprognose punkten. Die Honeywell-Aktie verteuerte sich um 5,8 Prozent.

Die weltgrösste Schnellrestaurant-Kette McDonald's machte im dritten Quartal wegen neuer Menü-Angebote in den USA und einem gestaffelten Preisangebot in Europa überraschend viel Gewinn. Der Aktienkurs stieg um 3,7 Prozent. Lebhafte Verkäufe der Bürosoftware Office bescherten Microsoft einen Gewinnanstieg. Der Aktienkurs des Softwaregiganten legte um 0,4 Prozent zu.

SMI schliesst bei 5'753,52 Punkten

Im Fokus stand auch an der Schweizer Börse am Freitag weiterhin die Situation in der Eurozone. Kurz nach dem Start der Sitzung fiel der Index vorübergehend ins Minus, konnte aber das negative Terrain schnell wieder verlassen und legte dann kontinuierlich zu. Für gute Stimmung sorgten Meldungen, wonach die deutsche Kanzlerin Angela Merkel den bisher angedachten Schuldenschnitt für Griechenland für nicht mehr ausreichend hält.

Bis am Schluss legte der Swiss Market Index (SMI) um 1,69 Prozent auf 5'753,52 Punkte zu, was im Wochenvergleich ein Minus von 0,1 Prozent ergab. Der breite Gesamtmarkt, gemessen am Swiss Performance Index (SPI), gewann 1,72 Prozent und kam bei 5'210,90 Punkten zu stehen.

Auffällig waren insbesondere die Aktien des Zahnimplantatespezialisten Nobel Biocare (+9,4 Prozent). Händler verwiesen bei den markanten Gewinnen auf spekulative Käufe und eine Kaufempfehlung aus dem Hause Jefferies.

Einigung bei Ölkatastrophe beflügelt Transocean

Mit zur Spitze im SMI gehörten auch die Aktien von Transocean (+6,0 Prozent). Die Titel des Ölbohrunternehmens profitierten laut Marktteilnehmern von einer Einigung zwischen dem Mineralölkonzern BP und Anadarko bei der Aufarbeitung der Deepwater-Horizon-Katastrophe.

Deutliche Aufschläge verzeichneten auch die Aktien der beiden Grossbanken. UBS-Aktien legten um 3,9 Prozent zu und Credit-Suisse-Titel um 3,8 Prozent. Zwar reduzierten die Analysten der Citigroup die Kursziele, bestätigten aber ihre Kaufempfehlung für beide Titel.

Novartis als Schlusslicht

Im Mittelfeld fanden sich neben den Versicherern auch die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont (+3,4 Prozent) und Swatch (+2,6 Prozent) sowie andere zyklische Valoren darunter jene des Elektrotechnikkonzerns ABB (+2,7 Prozent) oder des Personalvermittlers Adecco (+2,0 Prozent). Dabei profitieren die ABB- Papiere von den guten Zahlen vom Industriekonzern General Electric. Adecco erhielt Schützenhilfe von den guten Quartalsergebnissen von Manpower.

Nach den Verlusten vom Vortag konnten Actelion (+1,8%) die Abgaben etwas eindämmen. Das Unternehmen hatte am Donnerstag Quartalszahlen vorgelegt, die den Markt auf der ganzen Linie enttäuscht hatten. In der Folge passten einige Analysten ihre Kursziele für die Papiere an, bestätigten aber meist ihr Rating.

Die Aktien des Pharmariesen Novartis (+0,3 Prozent) markierten das Schlusslicht im SMI. Gegen Novartis und Johnson & Johnson hat die Europäische Kommission eine kartellrechtliche Untersuchung eingeleitet. Dabei geht es um eine mögliche Behinderung des Markteintritts eines generischen Medikaments in den Niederlanden. Die Titel des Konkurrenten Roche legten um 0,9 Prozent zu.

Im breiten Markt hatte das in der Krise steckende Biotech-Unternehmen Cytos (-7,7 Prozent) einen Plan einer teilweisen Stundung der Rückzahlung seiner Wandelanleihe bekanntgeben und gleichzeitig Zahlen zum dritten Quartal veröffentlicht.

SDA/rub

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