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EZB belässt Leitzins bei 1,25 Prozent

Die EZB legt nach der Zinserhöhung im April wie an den Märkten erwartet eine Pause ein. Der Rat der Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Schlüsselzins für die Eurozone bei 1,25 Prozent.

Bestätigt, was viele erwarteten: Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank. (Archivbild)
Bestätigt, was viele erwarteten: Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank. (Archivbild)
Keystone

Analysten deuteten die Aussagen von EZB-Chef Jean-Claude Trichet an der Medienkonferenz dahingehend, dass der Leitzins auch im Juni nicht erhöht werde. Trichet sagte zwar, die Währungshüter würden alle Entwicklungen «sehr genau» beobachten, was als Hinweis auf Zinserhöhungen im späteren Jahresverlauf gedeutet wurde. Die Formulierung «grosse Wachsamkeit» verwendete er aber nicht. Diese Worte gelten an den Finanzmärkten als Signal, dass die Notenbanker die Geldpolitik im folgenden Monat straffen.

Nach Trichets Worten verlor der Euro deutlich und rutschte unter die Marke von 1,48 Dollar. Zum Franken fiel die europäische Gemeinschaftswährung kurzzeitig unter 1,27 Franken.

Zinswende eingeleitet

Vergangenen Monat hatten die Währungshüter den wichtigsten Zins zur Versorgung der Geschäftsbanken im Euro-Raum mit Zentralbankgeld erstmals wieder leicht angehoben, nachdem er seit Mai 2009 auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent gelegen war. Damit hatten sie sich von ihrer Krisenpolitik des extrem billigen Geldes verabschiedet.

Die Inflation im Euro-Raum zog zuletzt weiter an und erreichte im April 2,8 Prozent. Sie entfernte sich damit noch weiter vom Zielwert der Notenbank von knapp unter zwei Prozent.

Ökonomen erwarten, dass die EZB ihren Leitzins in den nächsten Monaten in kleinen Schritten anheben wird. So sollen der Preisdruck gesenkt und die Kaufkraft in Boom-Ländern wie Deutschland erhalten werden.

Höhere Zinsen verteuern aber auch Kredite. Daher könnten sie Gift für die Erholung der Konjunktur sein und damit vor allem einen Aufschwung in Krisenstaaten wie Irland, Griechenland und Portugal noch schwieriger machen.

dapd/mrs

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