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EZB lässt Leitzins auf Rekordtief von null Prozent

Die Europäische Zentralbank fährt mit ihrer Tiefzinspolitik fort. Der Satz ist seit März unverändert.

Will die Konjunktur ankurbeln und die Inflation im Euroraum anschieben: EZB-Chef Mario Draghi.
Will die Konjunktur ankurbeln und die Inflation im Euroraum anschieben: EZB-Chef Mario Draghi.
AP Photo/Virginia Mayo, Keystone

Die Europäische Zentralbank (EZB) lockert die geldpolitischen Zügel vorerst nicht weiter. Die Währungshüter beliessen den Leitzins im Euroraum, zu dem sich Geschäftsbanken frisches Zentralbankgeld besorgen können, auf dem Rekordtief von null Prozent.

Das teilte die EZB im Anschluss an eine Ratssitzung in Frankfurt mit. Parken Banken überschüssiges Geld bei der Notenbank, müssen sie dafür weiter 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Sie bekräftigte, an ihrem milliardenschweren Anleihenkaufprogramm bis mindestens Ende März 2017 festzuhalten.

Milliardenschweres Anleihenprogramm

Die meisten Ökonomen hatten auch nicht damit gerechnet, dass die Notenbank bei dem Treffen weitreichende Entscheidungen trifft. Sie erwarten sich indes Hinweise über das weitere Vorgehen der EZB bei ihrem milliardenschweren Anleihenkaufprogramm.

Die EZB kauft seit März 2015 Staatsanleihen und andere Wertpapiere. 80 Milliarden Euro fliessen derzeit monatlich, insgesamt sollen es 1,74 Billionen Euro werden. Seit Juni stehen auch Unternehmensanleihen auf dem Einkaufszettel.

Mit ihrer ultralockeren Geldpolitik wollen die Währungshüter die Konjunktur ankurbeln und die Inflation im Euroraum anschieben.

Zwar stieg die Inflation im gemeinsamen Währungsraum im September auf den höchsten Stand seit Oktober 2014. Die Rate ist mit 0,4 Prozent aber weit entfernt von dem Preisziel der EZB von knapp zwei Prozent. Langfristig niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Konsumenten könnten Investitionen aufschieben, weil sie erwarten, dass es noch billiger wird.

Draghi rechnet mit anziehender Inflation

EZB-Präsident Mario Draghi rechnet mit einem Anziehen der Inflation. Die Preise dürften in den nächsten Monaten schrittweise zulegen, sagte er in Frankfurt. Die Jahresteuerung in der Euro-Zone war im September auf 0,4 Prozent angezogen.

Das ist das stärkste Plus seit Oktober 2014. Ein Grund dafür war die Entwicklung der Energiepreise, die nicht mehr so stark fielen wie noch in den Vormonaten. Das EZB-Ziel einer Teuerung von knapp zwei Prozent liegt damit aber immer noch in weiter Ferne. Draghi geht davon aus, dass die Inflationsrate in den kommenden beiden Jahren weiter nach oben gehen wird.

Der Italiener hatte jüngst in Washington schon gesagt, die Teuerung werde voraussichtlich Ende 2018 oder Anfang 2019 an die Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) herankommen. Zu ihrer Zinssitzung im Dezember dürften den Euro-Hütern neue Inflations- und Wachstumsprognosen der hauseigenen Ökonomen vorliegen. Bislang rechnen diese für 2018 mit einer Inflation im Währungsraum von 1,6 Prozent.

SDA/ij

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