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Feinfühlig ist der Richter nur an der Harfe

Der 83-jährige New Yorker Teilpensionär Thomas Griesa hat Argentinien zum Staatsbankrott verurteilt.

Thomas Griesa hätte sich schon vor langem zur Ruhe setzen und sich vermehrt seinem Hobby – dem Spiel der Harfe – widmen können. Doch als vor 14 Jahren seine Pensionierung fällig war, beanspruchte er den «Senior Status», ein bezahlter Teilruhestand, der erfahrenen Richtern in den USA offeriert wird.

Deshalb hat er heute als 83-Jähriger mehr Einfluss und Macht, als er es in seiner ordentlichen Karriere als Bundesrichter hatte, der seinerzeit noch von Präsident Nixon ernannt wurde. Griesa hat dem Staat Argentinien den Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten blockiert und damit die prekäre Wirtschaftslage des Landes verschlimmert. Diese Blockade ist die direkte Folge seines Entscheids, den Staatsbankrott Argentiniens zuzulassen, weil sich das Land weigerte, zwei US-Hedgefonds zu 100 Prozent auszuzahlen, sie also gegenüber allen anderen Gläubigern zu bevorzugen. Zwar ist nicht davon auszugehen, dass der Bankrott mehr als ein paar Monate dauern wird, da die Verhandlungen um die ausstehenden Schulden andauern. Auch der Richter will seinen Beitrag leisten, wie er diese Woche versicherte. Denn der Bankrott treffe nicht die «Geier» der US-Hegefonds, sondern «schmerzt echte Leute» in Argentinien.

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