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Finanzkrise? Nicht bei der Aufrüstung

Trotz der globalen Finanzkrise sind die weltweiten Rüstungsausgaben im vergangenen Jahr auf neue Rekordhöhen geschnellt. Allen voran in den USA.

Kostenfaktor Verteidung: Ein Kampfjet von Lockheed Martin bei einer Präsentation in Fort Worth in Texas.
Kostenfaktor Verteidung: Ein Kampfjet von Lockheed Martin bei einer Präsentation in Fort Worth in Texas.
Keystone

Mehr als 1,5 Billionen Dollar gaben die Regierungen der Erde im Jahr 2009 für Rüstungsgüter aus, wie es im am Mittwoch vorgelegten Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri heisst. Das ist ein Anstieg um 49 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000, berichten die Experten. «Viele Länder haben die öffentlichen Ausgaben insgesamt im Rahmen von Konjunkturpaketen angehoben», sagt Sam Perlo-Freeman, Sipri-Experte für Militärausgaben.

65 Prozent der Staaten, deren Zahlen zur Verfügung standen, hätten ihre Rüstungsausgaben im vergangenen Jahr erhöht, heisst es im Bericht. Allein die USA gaben im vergangenen Jahr 47 Milliarden Dollar mehr für Rüstung aus als im Vorjahr, wie Sipri berichtet. Mit insgesamt 661 Milliarden Dollar Militärausgaben führen die USA die Liste an; an zweiter Stelle liegt nach Einschätzung des Instituts China, obwohl es aus Peking keine offiziellen Zahlen gibt. Das Institut schätzt die Militärausgaben im Reich der Mitte im vergangenen Jahr auf 100 Milliarden Dollar. An dritter Stelle folgt Frankreich, das 63,9 Milliarden Dollar ausgab.

«Die Zahlen zeigen auch, dass Militärausgaben für grössere Länder wie die USA, China, Russland, Indien und Brasilien eine langfristige und strategische Wahl sind, von der sie auch in schweren wirtschaftlichen Zeiten nicht abrücken», sagte Perlo-Freeman. Ein Teil des Anstiegs sei auch auf Einsätze wie in Afghanistan zurückzuführen, bei dem 2009 ebenfalls Rekordsummen ausgegeben wurden. Weltweit habe es im vergangenen Jahr 54 Friedensmissionen gegeben, die zusammen 9,1 Milliarden Dollar gekostet hätten.

AFP/raa

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