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Gegen die Geier ist kein Kraut gewachsen

Der Bankrott Argentiniens wirft ein grelles Licht auf die problematischen Praktiken gewisser Hedgefonds.

Im erbitterten Ringen zwischen Argentinien und drei US-Hedgefonds, das sich nach der letzten Staatspleite des Landes 2001 entzündete, hat sich so manche Absurdität zugetragen. Die grösste und schwerwiegendste gründet darin, dass ein inzwischen über 80-­jähriger Bezirksrichter in New York es fertigbringt, die zweitgrösste Volkswirtschaft Südamerikas in den erneuten Bankrott zu treiben.

Womit sich Richter Thomas Griesa – wenig ruhmreich – im November 2012 verewigte, war seine höchst extensive Auslegung der Gleichstellungsklausel, die in den argentinischen Staatspapieren vor 2001 enthalten war. «Gleichstellung» hiess in seiner Deutung, dass jene Gläubiger, die sich der Umschuldung widersetzten, gleich zu behandeln seien wie die Gläubiger, die 2005 und 2010 neue Staatspapiere der Südamerikaner akzeptierten und dabei auf rund 70 Prozent ihrer Forderungen verzichteten. Kurzum: Die «aufmüpfigen» Gläubiger sollen von Argentinien 100 Prozent ihrer Ausstände samt Zinsen überwiesen bekommen; alle anderen – mit 92 Prozent das Gros – begnügen sich mit Schmalkost aus dem Umschuldungsplan.

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