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Griechenland erzielt ersten Überschuss seit zehn Jahren

Die Griechen haben 2013 mehr eingenommen als ausgegeben. Grund zum Feiern haben sie trotzdem nicht, denn auch ihre Schulden sind weiter gestiegen.

Durchzogene Jahresbilanz: Griechische Fahnen wehen in Athen.
Durchzogene Jahresbilanz: Griechische Fahnen wehen in Athen.
Keystone

Griechenland hat auf dem Weg zur Konsolidierung seiner Finanzen eine wichtige Hürde genommen: Erstmals erzielte das Euroland wieder einen sogenannten primären Haushaltsüberschuss von 1,5 Milliarden Euro, wie die EU-Kommission mitteilte. Das bedeutet, dass die Einnahmen in Griechenland über den Ausgaben lagen, wenn der Schuldendienst nicht mitgerechnet wird.

Damit übertreffe Griechenland sein Haushaltsziel für 2013, sagte Kommissionssprecher Simon O'Connor. Der Überschuss entspreche 0,8 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Die internationalen Kreditgeber des hoch verschuldeten Landes hatten einen primären Haushaltsüberschuss zur Bedingung für weitere Hilfen gemacht. Die Verhandlungen darüber sollen in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Zur Debatte steht, die Zinsen zu verringern, die Griechenland für seine bisherigen Kredite zahlt, oder die Tilgung zeitlich zu strecken.

23,1 Milliarden Euro neue Schulden

Relativiert werden die guten Zahlen durch die enorme Schuldenlast, die Griechenland weiterhin tragen muss. Sowohl die Neuverschuldung als auch der Gesamtschuldenstand gehen weiter deutlich nach oben – allen Sparanstrengungen zum Trotz.

23,1 Milliarden Euro neue Schulden häufte Athen 2013 an, was 12,7 Prozent der Wirtschaftskraft entspricht. Erstmals seit drei Jahren ging das Defizit damit wieder nach oben, und zwar deutlich um 3,8 Punkte gegenüber 2012. Die Gesamtverschuldung, die auch durch die Notkredite der Europartner und des Internationalen Währungsfonds (IWF) steigt, erreichte 175,1 Prozent – 18,1 Punkte mehr als 2012.

Krisenländer geben weiterhin Anlass zur Sorge

Der deutsche Schuldenstand nahm leicht auf 78,4 Prozent ab. Musterschüler der Eurozone ist das vor drei Jahren beigetretene Estland, der Baltenstaat hat nur Ausstände in Höhe von zehn Prozent seiner Wirtschaftskraft.

Zwar haben den Statistikern aus Luxemburg zufolge die Staaten der Währungsunion gegenüber 2012 im Durchschnitt weniger ausgegeben und mehr eingenommen. Doch auch in anderen Ländern, die neben Griechenland tief in der Schuldenkrise stecken, geht der Trend nicht in die positive Richtung. In Slowenien etwa stieg das Defizit um 10,7 Punkte auf 14,7 Prozent, das Land verzeichnet damit den höchsten Wert.

Ihr Defizit abbauen konnten hingegen unter anderen die Zyprioten (5,4 Prozent), die Portugiesen (4,9), die Spanier (7,1) und die Iren (7,2), in Frankreich ging die Neuverschuldung leicht auf 4,3 Prozent der Wirtschaftsleistung zurück. Erlaubt sind nach den Maastricht-Kriterien drei Prozent, was insgesamt zehn EU-Länder nicht schafften.

Einziges Land, das mehr einnahm als ausgab, war im vergangenen Jahr Luxemburg, das bei einem Plus von 0,1 Prozent landete. Den Wert hatte Deutschland ein Jahr früher erreicht, bevor es 2013 wieder auf die Null «zurückgefallen» ist.

sda/AP/fko

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