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«Griechenland muss wie eine Firma saniert werden»

Privatbankier Konrad Hummler rechnet damit, dass Griechenland teilweise einen Schuldenerlass benötigen wird. Er empfiehlt dem Land einen vorübergehenden Austritt aus der Euro-Zone.

Euro-Skeptiker: Privatbankier Konrad Hummler spricht am Jahreskongress des Verbandes der Schweizer Verleger.
Euro-Skeptiker: Privatbankier Konrad Hummler spricht am Jahreskongress des Verbandes der Schweizer Verleger.
Keystone

Das Rettungspaket für Griechenland nützt nach Ansicht des Privatbankiers Konrad Hummler vor allem den Gläubigern, also den Banken. Griechenland komme aber mit den Hilfsmassnahmen allein nicht auf die Beine und werde zumindest teilweise einen Schuldenerlass benötigen.

«Das Land müsste eigentlich saniert werden, wie eine Firma saniert wird», sagte der teilhabende Geschäftsführer der St. Galler Bank Wegelin im Gespräch mit dem Winterthurer «Landboten» (Freitagsausgabe). Er gehe davon aus, dass die Banken zumindest einen Teil ihrer Investitionen ans Bein streichen müssten.

Risiko Italien

Ein vorübergehender Ausschluss Griechenlands aus der Euro-Zone wäre laut Hummler sinnvoll. Eine entwertete Drachme würde zum Beispiel den Tourismus ankurbeln: «Das Land wäre mit einer billigen Währung das ideale Reiseziel für den kommenden Sommer», sagte der bekannte Euro-Skeptiker.

Überhaupt drohe die Eurozone kleiner zu werden: Schon in einem halben Jahr könnte das eine oder andere Land die Einheitswährung aufgeben. Ein Absturz Italiens, wo gemäss Hummler 250 Milliarden Euro Finanzierungsbedarf besteht, wäre ein Super-Schock wie die Pleite der US-Bank Lehman Brothers im September 2008: «Deutschland könnte Italien nicht retten», so Hummler.

SDA/jak

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