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Griechenland-Wahl hat keine Wirkung auf die Börse

Der Wahlsieg der Konservativen in Griechenland hat sowohl den SMI als auch den Dow Jones kaum beeinflusst. Die Zinsen für spanische Staatsanleihen liegen jedoch besorgniserregend hoch.

Die New Yorker Börsen haben sich am Montag recht unbeeindruckt von dem Wahlergebnis in Griechenland und den steigenden Zinsen auf spanische Staatsanleihen gezeigt und fast unverändert geschlossen. Der Dow-Jones-Index der 30 wichtigsten Industrieunternehmen gab um 25,35 Punkte oder 0,2 Prozent auf 12'741,82 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 22,53 Punkte oder 0,8 Prozent auf 2.895,33 Zähler.

Erleichtert aber nicht euphorisch

Auch an der Schweizer Börse hat die Wahl für Erleichterung gesorgt, nicht aber für Euphorie. Der Schwergewichte-Index SMI lag mit einer Steigerung von 0,46 Prozent auf 5938,76 Punkte leicht im Plus. Der breite SPI gewann 0,4 Prozent auf 5525 Punkte.

Fester tendierten die Luxuswerte. Swatch, die gegen drei Prozent zulegten, kam eine Kaufempfehlung zugute. Bei den sogenannten defensiven Werten Novartis, Roche und Nestlé hielten sich die Kursgewinne in Grenzen. Die Banken drehten nach einem festeren Start leicht ins Minus.

Giroguthaben der SNB nehmen zu

Der Euro-Franken-Kurs wurde durch die Wahlen nur geringfügig beeinflusst. In der Nacht legte die europäische Gemeinschaftswährung im asiatischen Handel vorübergehend leicht auf 1,2017 Franken zu, ehe sie mit Beginn des Handels in Europa wieder auf 1,2010 Franken fiel. Am Abend war der Euro 1,2010 Franken wert.

Die SNB ist bereit, unbeschränkt Euro gegen Franken zu kaufen, um den Mindestkurs von 1,20 Franken zu verteidigen. Ein Anzeichen für die Interventionstätigkeit können die Giroguthaben der inländischen Banken bei der SNB sein, über welche die Nationalbank Franken in Umlauf bringt.

In der vergangenen Woche haben diese Giroguthaben um 17,9 Milliarden Franken zugenommen, wie die SNB heute Montag mitteilte. Sie erreichten damit den Stand von 212,5 Milliarden Franken. Bereits in den vorangegangenen Wochen waren die Giroguthaben kräftig gestiegen.

Banken bleiben misstrauisch

Unter Analysten überwogen die vorsichtigen Einschätzungen. «Griechenland wählt Unsicherheit» überschrieb die Bank Sarasin ihre Einschätzung der Lage nach der Wahl. Zwar seien nun Extremszenarien in den Hintergrund getreten, aber die wohl bevorstehende langwierige Regierungsbildung lasse die Unsicherheit fortbestehen und Unsicherheit schwäche die Konjunktur in Europa.

Die strukturellen und konjunkturellen Probleme in den übrigen Euro-Peripherieländern blieben bestehen, hielt die St. Galler Kantonalbank fest. «Sehr bald werden diese wohl wieder in den Fokus der Anleger rücken.»

Mit Spannung blicken die Marktteilnehmer dem EU-Gipfel in zehn Tagen entgegen. Dort werden neue Lösungsansätze erwartet. «Die Erwartungen an den Gipfel sind immens», so die Zürcher Kantonalbank. Das Risiko, dass die hohen Erwartungen enttäuscht werden, sei ebenfalls gross.

Erleichterung in Athen...

In Athen legte der griechische Leitindex Athex Composite Share Price zu Beginn um 6,89 Prozent zu. Vor allem die Bankenwerte setzten zur Rallye an. Bei Börsenschluss notierte der Index noch 3,64 Prozent im Plus.

Auch andere Börsen in der Euro-Zone legten deutlich zu. Der Deutsche Aktienindex (Dax) stieg anfänglich um 1,21 Prozent, schloss aber lediglich mit 0,30 Prozent im Plus. Zuvor hatten bereits die asiatischen Börsen deutliche Kursgewinne verzeichnet. In Japan schloss die Börse in Tokio mit einem Plus von 1,77 Prozent. Die Börse in Hongkong verzeichnete einen Anstieg um 1,24 Prozent, in Shanghai gingen die Kurse um 0,58 Prozent nach oben.

... Sorgen um Madrid

Die Sorgen um die finanziellen Probleme Spaniens sind damit aber noch nicht verflogen, im Gegenteil: Sie haben heute Montag die Erleichterung über das Ergebnis der Parlamentswahl in Griechenland getrübt. Die Zinsen für spanische Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit erreichten mit 7,18 Prozent den höchsten Wert seit der Euro-Einführung und damit erstmals das Niveau, bei dem andere Krisenländer wie Griechenland unter den EU-Rettungsschirm flüchteten.

Die Schwelle von sieben Prozent, die die Zinsen für zehnjährige spanische Anleihen am Montag überschritten, gilt als kritischer Wert, ab dem ein Land seine Schulden langfristig nicht mehr ohne fremde Hilfe zurückzahlen kann. Sollte der Zinssatz nicht wider sinken, könnte auch Spanien nach Griechenland, Portugal und Irland ein Rettungspaket beantragen müssen. Madrid hatte erst vor etwas mehr als einer Woche Finanzhilfe für seinen Bankensektor beantragt, in dem viele Geldhäuser nach dem Platzen der Immobilienblase mit faulen Krediten vollgesogen sind.

sda/dapd/AFP/fko/ami

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