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«Ich bin sehr pessimistisch»

Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz warnt vor dem Zerfall der Eurozone und der wachsenden Ungleichheit in Europa und den USA, die eine Gefahr für die Demokratie ist.

Interview: Dieter Bachmann und Valentin Ade
«Ein Dollar – eine Stimme»: Laut Joseph Stiglitz wird Politik in den USA nur von Reichen gemacht.
«Ein Dollar – eine Stimme»: Laut Joseph Stiglitz wird Politik in den USA nur von Reichen gemacht.
Nicole Pont

Herr Stiglitz, was kommt Ihnen spontan zu Basel in den Sinn?Basel ist der Ort, an dem das globale Finanzsystem reguliert wird. Oder eben nicht.

Sie spielen auf die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und das Financial Stability Board an, die hier ihren Sitz haben. Machen denn diese Institutionen keinen guten Job?Man kann diese Organisationen da­­­­­­für nicht verantwortlich machen, schliesslich geht es dort vor allem um Koordination. Ich teile aber die Meinung ­einer Mehrheit des US-Kongresses, dass zu wenig getan worden ist. Wenn Sie die Verschuldung einer Bank erhöhen, erhöhen Sie auch das Risiko eines Kollapses. Ein Risiko, das letztlich der Steuerzahler trägt, denn die Banken wissen, dass sie im Notfall vom Staat gerettet werden. Bei der Eigenkapitalregelung Basel III finden viele Ökonomen, die Vorschriften seien zu wenig streng. Die Banken hingegen jammern, weil sie zu strikt seien.

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