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«In einer solchen Situation genügt schon ein Funken»

Plötzlich schnellt der Euro zum Franken in die Höhe und die Finanzwelt-Beobachter reiben sich die Augen. Was geschah gestern um 13.30 Uhr ganz genau? Dazu Währungsspezialist Tom Flury.

Wie eine Nadelspitze ragt der Kurssprung heraus: Euro zum Franken am 10. September 2014.
Wie eine Nadelspitze ragt der Kurssprung heraus: Euro zum Franken am 10. September 2014.

Wie kommt es, dass Äusserungen von Nationalbank-Direktoriumsmitglied Thomas Moser den Frankenkurs derart haben ausschlagen lassen – obwohl er mit seinem Hinweis, negative Zinsen seien auch für die Schweiz eine Option, im Grunde nichts Neues gesagt hat?

Herr Moser hat in der Tat nichts anderes getan, als die bekannte Position der Nationalbank zu wiederholen: Zur Verteidigung der Untergrenze von 1.20 Franken würden wenn nötig alle verfügbaren Instrumente, also auch Negativzinsen, eingesetzt. Er hat auch keine neuen Angaben gemacht zum Vorgehen und zu den Modalitäten, falls die Nationalbank tatsächlich Negativzinsen einführen würde. Ich erkläre mir die dennoch deutliche Marktreaktion damit, dass spekulativ getriebene Einflüsse für ein Ungleichgewicht im Franken gesorgt haben. In einer solchen Situation genügt schon ein Funken, um den Markt in Bewegung zu bringen. Der Wink von Herrn Moser mit den Negativzinsen hat der spekulativen Nachfrage nach Franken etwas die Spitze gebrochen und den Kursausschlag ermöglicht.

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